Archive for Januar 2012

traurig

29. Januar 2012

Heute ist so ein Tag,  wo es einfach nur unerträglich ist. Am Nachmittag führen wir von einer Veranstaltung des Großen nach Hause. Nein, nicht ganz. Alle fuhren mit ihren Lieben nach Hause, wir hingegen, wir machten den täglichen Abstecher zum Friedhof und fuhren dann erst nach Hause. Aber nicht komplett, sondern ohne unseren Kleinsten.

Vorgestern waren wir eingeladen und die Marienkäferchen sind immer wieder ein kleines Geschenk. Ich hob das Besteck und schon sah ich ihn.

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Aber der kann mich heut auch nicht trösten.

Da ist einfach nichts.

Nichts!

Eine heute sehr leere

Löwenmama

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Kotzbrocken-Tage

23. Januar 2012

Heut ist einer dieser sinnlos-Tage. Ich hab das schon beim Aufstehen gemerkt.

Ich versuche an diesen Tagen keinen Anspruch an mich zu haben. Weder als Mutter, noch als Hausfrau, noch sonstwie. Dann bin ich am Abend zufriedener.

Ich hätte heute gern nix gemacht außer mir die Decke über den Kopf ziehen. Nicht aufstehen. Ich bin schon morgens beim ersten Augenaufschlag gereizt. Das Wetter *regen, schnee, regen, bäh* gab mir den Rest. Ich fühle mich total gestreßt, unter Strom gesetzt, obwohl ich keinen Streß habe. Es nervt. Ich hab da keinen Bock drauf. Ich bin ruhelos und gleichzeitig bin ich müde. Würde gern schlafen. Oder Mahjong spielen, bis das IPad leer ist. Aber das geht ja auch nicht. Ich könnte stundenlang unter der Dusche stehen. Aber mein Mädchen hat schon wieder was vor mit mir.

An solchen Tagen tauge ich zu nichts. Bin weder gute Mutter, noch sonstwas. Ich benehme mich wie ein einziger Kotzbrocken. Mein Großer sagte heute morgen: „Mama, Du hast heut morgen schon so richtig schlechte Laune. Super!“ Und ich weiß es. Und ich kann nicht anders. Und ich wär so gern so anders. Man ist das scheiße.

Es ist nun gleich 19.00 Uhr. Der Tag ist fast rum. Das ist gut so. Aber es war auch ein verschenkter Tag. Aber ich habe mehr geschafft als ich dachte. Termine eingehalten, wir sind alle satt, und ich konnte im Haushalt etwas schaffen. Es hätte weniger sein können.

Grüße heute von der

Kotzbrocken-Löwenmama

 

 

Traumhafter Besuch

22. Januar 2012

Schon so lange hatte ich mir gewünscht, dass mich der Löwe im Traum besucht. Gestern hatte ich eine Wimper am Handrücken liegen und pustete und wünschte mir ein Zeichen von ihm.  Vergangene Nacht war der Löwe da.

Ich hatte im Traum Besuch von einer Dame des Pflegedienstes und Johannes lag in meinem Arm. Wir unterhielten uns darüber, wie es uns nach seinem Tod nun geht und währenddessen lag er in meinem Arm und ich erzählte, dass er nun schon seit über drei Monaten nicht mehr bei uns ist. Die Dame vom Pflegedienst meinte, es seien doch nie schon drei Monate und ich sagte ihr nochmal wann er gestorben ist und ja, es waren schon über drei Monate. Sie pflichtete mir bei.

Ich erzählte ihr, dass der Löwe keine Krämpfe mehr hatte, das es ihm gut ergangen ist im letzten Vierteljahr und plötzlich begann er zu Lächeln. Ich sagte es ihr, dass er sie anlächelt, er schäkerte richtiggehend. Das war so süß. Und als er so strahlte, da sah ich auf einmal das die unteren beiden Zähne durchspitzelten. Ich hatte mich so gefreut darüber.

Ich wachte auf und war einfach nur glücklich über diesen Traum. Ich bin nicht esoterisch drauf, aber es fühlte sich für mich wirklich so an, als hätte er meine Bitte gehört und mir mit seinem Besuch gezeigt, dass es ihm gut geht.

Dieser Traum berührt mich sehr.

Hier ist ein Bild. Ein Emotionsbild. Purer Schmerz, der wie Feuer brennt, tief in mir. Die Gefühlshölle die nach der Diagnose nur mit Hilfe dieses Bildes ihren Weg nach draußen fand.

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Es grüßt euch

die Löwenmama

Gepunkteter Besucher

19. Januar 2012

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Vorhin auf dem Fußboden entdeckt und auf die Mimose gesetzt. Wo sie bloß immer wieder herkommen… 🙂

Es grüßt euch herzlich

die Löwenmama

Eiszeit

17. Januar 2012

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Gerade ist Eiszeit. Nicht in unseren Herzen, aber ich glaube gefühlsmäßig. Ich bin gerade wenig traurig. Wieder etwas Seelen-schon-Tage. Aber wenn ich eine Mama mit einem kleinen Bub sehe, tut es weh. Sehr weh. Komme ich in eine Mehrkindfamilie und alle wuseln so vor sich hin, steigen mir die Tränen in die Augen. Ich hätte das auch so gerne gehabt. Ich hatte es!! Aber alles ist anders und nichts mehr wie es war. Dann ist das fehlende Puzzleteil so konkret vor Augen. Das ist ein ganz neuer Schmerz, ein ganz anderer, mit einer neuen Qualität.

Ich habe öfter das Gefühl, als wäre die Trauer so groß und weit wie der Himmel. Mit vielen Wolken davor. Es spitzelt immer nur ein bißchen Blau, ein bißchen Trauer durch. Umso mehr die Trauer heilen konnte, umso mehr Blau kann sich zeigen, ohne das der Schmerz übermächtig wird. Aber ich glaube, wolkenlos wird es nie mehr werden. Ich spüre, wenn die Trauer durchspitzelt, dass das nur die Spitze des Eisbergs ist und da viel, viel mehr ist.

Mein Mädchen spielt zur Zeit oft „Jo suchen“. Kurz drauf hör ich sie rufen: „Ich hab den Jo gefunden!“ Meist hat sie dann ein Stofftier im Arm und bettet es irgendwo oder sie tut so, als hätte sie ihn im Arm liege. Manchmal gibt sie ihn mir in den Arm mit einem Blick als würde sie sagen „Mußt gar nicht traurig sein, er ist doch da!“ Das bringt mich immer ganz durcheinander. So erwachsen fühlt sich ihr Spiel für mich sehr merkwürdig an.

Es grüßt euch herzlich

die Löwenmama

2011 in review

12. Januar 2012

Die WordPress.com Statistikelfen fertigten einen Jahresbericht dieses Blogs für das Jahr 2011 an.

Hier ist eine Zusammenfassung:

Etwa 8.500.000 Menschen besuchen jedes Jahr das Louvre Museum in Paris. Dieses Blog wurde in 2011 etwa 130.000 mal besucht. Wenn dieses Blog eine Ausstellung im Louvre wäre, würde es etwa 6 Jahre brauchen um auf die gleiche Anzahl von Besuchern zu kommen.

Klicke hier um den vollständigen Bericht zu sehen.

Kleine Taschenlampe brenn…

11. Januar 2012

Kleine Taschenlampe brenn,
schreib „Ich lieb Dich!“ in den Himmel.
Und dann weiß ich es genau,
keine Macht kann uns mehr trennen…

Songtext von Nena

Ich vermiss Dich heut noch viel mehr als sonst und das Tränenmeer ist voll.

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Du fehlst so sehr, kleiner Mann!

Es grüßt

die Löwenmama

Heute vor einem Jahr – die Zweite

10. Januar 2012

Ich hab jetzt mal ganz bewußt nicht zurückgelesen, aber ich habe diesen Tag noch mit allen Stimmungen sehr gut in Erinnerung. Morgens waren wir sehr, sehr nervös und fahrig. Wir klammerten uns so sehr an die Hoffnung. Dann die niederschmetternde Einschätzung des Kinderarztes. Das etwas nicht mit dem kleinen Löwen in Ordnung ist. Das er körperlich schon stark entwicklungsverzögert ist und er nicht weiß, wie er das in den nächsten Jahren ausgleichen kann. Das es etwas sehr, sehr ernstes ist. Das wir auf jeden Fall die nächsten Jahre damit beschäftigt sein werden, den kleinen Mann „auf die Füße“ zu bekommen. So hab ich es noch irgendwie im Kopf. Das war es, was ich mir behalten hatte.

Ich kann mich noch so gut an das nach Hause Kommen erinnern. Wir waren am Boden zerstört. Alle Hoffnung war dahin. Wir waren verzweifelt. Aber gleichzeitig war da so eine Stärke, ich hatte diese als so ein heftiges Gefühl in mir, mich nicht brechen lassen zu wollen. Zu kämpfen. Mich nicht vom Leben kleinkriegen zu lassen. Alles zu tun, was in meiner Macht steht, um dem kleinen Muck zu helfen.

Wir mußten zu Hause erstmal sortieren, wie unser Leben weitergehen wird. Es war ja wie ein Bruch. Der Arzttermin und „ja, da ist was, auch wenn wir noch nicht wissen, was es ist“. Was daraus wird. Wo stehen wir in ein paar Monaten, einem Jahr, drei, fünf, zehn Jahren.

Was passiert die nächsten Monate, was kommt auf uns und den Löwen zu. Was passiert in der Diagnostik? Wie können wir das als Familie tragen und wie wird sich letztlich alles entwickeln. Der Löwenpapa mußte weiter, an diesem verheerenden Tag, wieder los an den Ort, wo er studierte. Und ich habe grundtiefen Respekt, das er das geschafft hat. Sich ins Auto gesetzt hat und gefahren ist. Das war sehr, sehr stark. Auch wenn sicher viele es nicht verstanden haben. Aber uns war klar – es muß weitergehen. Egal wie.

Damals hörte die Welt schonmal kurz auf – für uns – sich zu drehen.

Ein Jahr ist es her, das man alle Hoffnung – neue Hoffnung – in das Gesagte des Arztes legte. Alles, was sich nur irgendwie positiv auslegen ließ, wurde zu einem Strohhalm, an den man sich wie kurz vorm Ertrinken klammerte.

Vielleicht ist es einfach das Urvertrauen, ein Grundvertrauen, das einen immer wieder an das Gute glauben läßt. Auch wenn letzten Endes trotzdem alles ganz anders kommt.

Gestern gesehen und sofort an Johannes gedacht – zur Abwechslung mal kein Löwe oder Marienkäfer. Aber es ging kaum treffender, dazu bedarf es keiner Worte, es gibt nichts hinzuzufügen:

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Es grüßt euch herzlich

die Löwenmama

Herzlicher Gruß aus dem Kartoffelnetz

8. Januar 2012

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Dieses Herz möchte ich heute hier für meine Familie hinterlassen. Ich fühle mich von meiner Familie sehr getragen. Ich danke euch sehr dafür.

Lieber Löwenpapa, Du mußt immer meine Launen aushalten, ach, mein Mädchen und mein Großer auch. Ihr seid toll!! Nochmal ein extra Danke!

Irgendwie ist momentan alles blöd und andererseits so toll. Wir haben uns für dieses Jahr viel vorgenommen. Tolle Sachen. Alles wird anders. Trotzdem ist alles so gegensätzlich. Manches fühlt sich so oberflächlich an, andererseits so tief, so intensiv. Manchmal alles davon auf einmal. Ein anderes Mal geht alles so schnell, das mir fast schwindlig wird davon.

Heute hab ich gleich mehrmals ‚unseren‘ Pflegedienst fahren sehen. Ich habe mich gefragt, wo wir heute stehen würden, wäre Johannes noch am Leben. Pflegedienst rund um die Uhr? Wo wären wir kräftemäßig? Ich bin nicht froh, das Johannes nicht mehr bei uns ist. Aber das wir das nicht mehr tragen müssen ist gut.

Der kleine Stinker fehlt mir sehr. Fehlt uns sehr. Ich hadere gerade sehr damit, was man alles für ein Kind auf sich nimmt… Schwangerschaft mit allem was dazu gehört. Übelkeit, Erbrechen, Rückenprobleme, Verzicht auf so vieles, … Ich hatte keine außerordentlich schlimmen Probleme, aber es wurde dennoch immer beschwerlicher und mein Mädchen und den Großen gab es ja auch noch.

Man hält sich immer vor Augen, für was man das alles auf sich nimmt.

Für was? Mein großer Traum platzte am 18. März 2011 und am 24. September wurde es krasse Realität.

Das zermürbt mich sehr.

Ich jammere und jammere…

Es grüßt euch

die Löwenmama

Heute vor einem Jahr – die Erste

5. Januar 2012

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Heute vor einem Jahr war der Termin beim Osteopathen wo er uns sagte, dass wir mit dem Löwen zum Kinderarzt gehen sollen, weil etwas mit ihm nicht stimmt. Das größte Sorgenloch das wir bis jetzt erlebten tat sich auf ohne zu ahnen, was noch alles kommen wird.

Ein Jahr genau ist es her, das ich bei unserem Kinderarzt anrief und am Telefon in Tränen ausbrach, weil mir die Sprechstundenhilfe erklärte, sie hätten Aufnahmestopp. Wir hatten mehrere Empfehlungen für diesen Kinderarzt und wir wußten vor Sorge nicht mehr ein und aus. In solchen Momenten sind Alltagsgedönsfitzel wie ein Aufnahmestopp fiese Stolperfallen. Man denkt sich: „das darf jetzt nicht sein!!“

Aber sie spürte wohl meine Verzweiflung, meine Hilflosigkeit – und ich bekam den Termin. Ich war so dankbar.

Wenn wer gesagt hätte… Es ist so krass. Ein Jahr ist es her, das der Sorgenmarathon begann und ein Vierteljahr ist es nun schon her, das der Löwe zu den Sternen gereist ist.

Nachdenkliche Grüße von

der Löwenmama