Archive for Oktober 2012

Dschungel

15. Oktober 2012

Am Samstag war das Wetter so herrlich und ich beschloß spontan, das Grab neu zu machen. Also los und Blumen kaufen, alles einladen, im Keller suchen, was wieder drauf könnte. Vom Grab alles runterräumen, die Erde frisch verteilen und dann die Qual der Wahl was wohin gepflanzt werden soll. Was wie z.B. die Windräder oder Porzellanfiguren über den Winter runter muß, damit nichts vom Frost springt. Es wäre so schade.

Geschlagene zwei stille Stunden habe ich vor mich hingewerkelt und dann war ich zufrieden. Es leuchtete und sah ein bißchen wild wie im Dschungel aus.

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Der Sternenfänger hat schon was gefangen…

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Die Sternenkugel leuchtet in der Dunkelheit um die Wette und zeigt uns, dass die kalte Zeit kommt.

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Der Löwe und der Affe schauen neugierig Besucher an, im Hintergrund noch mehr Sternchen in der Dunkelheit durch die tolle grüne Laterne.

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Die Giraffe hat ein ganz besonderes Versteck. Dahinter laaange dünne Halme. Wir dachten, die Windräder müssen im Winter in den Keller, sie brechen so leicht. Das Gras ist ein tolles Windspielzeug.

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Und der Löwe schleicht wie im Dschungel aus dem Dickicht heraus. Diese Puscheln links im Bild sehen richtig lustig aus.

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Und ein Igel hat sich auch aus seinem Versteck heraus getraut.

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Johannes, wir lieben Dich. Dein großer Bruder vermisst Dich schrecklich. Wir beide reden sehr oft, eigentlich täglich über Dich. Heute wollen wir noch Bilder von Dir anschauen.

Und Deine Schwester redet auch so viel von Dir. Obwohl sie so klein war und ist – Du bist ganz präsent bei ihr.

Wir denken auch täglich an Dich. Mehrmals. Heute morgen ganz intensiv – ich hab in der Schublade meine Pulswärmer gesucht, weil meine Hände nicht recht warm werden wollten. Und was hielt ich plötzlich in der Hand? Deine Bein-Stulpen. Für kleine Frostbeulenbeinchen. Und was soll ich sagen? Du trugst sie zuletzt und jetzt trage ich sie, denn es sind ganz wunderbare Pulswärmer.

Wir haben noch immer keine Antwort von der Genetik wegen des Befundes. Wir können Daumen gebrauchen!

Es grüßt herzlich

die Löwenmama

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Sonne zwischen dunklen Wolken

3. Oktober 2012

Sonnenstrahlen zwischen vielen Wolken

Die Tage sah es so auf dem Heimweg aus. Und so oder so ähnlich fühlte ich mich auch. Einerseits sind da viele dunkle Wolken, die gern mal plötzlich zu regnen beginnen. Wenn man nicht damit rechnet oder es gerade gar nicht brauchen kann. Andererseits schiebt sich plötzlich wieder die Sonne dazwischen und zaubert ein wundervolles Bild und für den Moment macht sich sowas wie Hoffnung breit. Aber irgendwie sieht alles ein wenig bedrohlich und nicht sonderlich vertrauenserweckend aus.

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Ich sagte gestern Abend zum Löwenpapa, dass unser Leben einfach nicht mehr in Ordnung ist. Wie glücklich ich war, als Johannes geboren war. Die ersten Tage mit ihm. Wochenbett, meine Kinder im Arm, auf der Bettkante, der Löwenpapa daneben. Es war so etwas Vollkommenes. Vollkommenes Glück. So greifbar. So besonders.

Ich schrieb einmal, dass mit der Diagnose unser Leben in eine große Kiste geworfen wurde, Morbus Krabbe dazu, Deckel drauf und schütteln, schütteln, schütteln. Alles auf den Boden werfen und: „Jetzt macht was damit.“ Und dann sitzen gefühlt alle da und versuchen zu defragmentieren. Und man wägt ab, ob man nach Formen, oder vielleicht doch nach Farben sortiert? Und man fängt an zu sortieren, denkt so geht es, dann scheint es aber anders doch besser und man schmeißt wieder alles durcheinander und fängt von vorne an. Aber halt auf die andere Art und Weise.

Irgendwie kommt es mir so vor, als wären wir immer noch am defragmentieren. Wir saßen nun schon eine Weile am Sortieren und warfen immer wieder alles zusammen, um es anders zu machen und trotzdem paßte es irgendwann nicht und man begann von Neuem.

Werden wir es irgendwann sortiert bekommen? Bekommen wir irgendwann unser Lebens-Chaos/Chaos-Leben wieder in Ordnung?

Hechten wir noch unseren Idealen nach ohne zu überprüfen, ob es noch unsere Ideale sind? Oder die des Einzelnen?

Ich hatte früher sehr konkrete Vorstellungen von meiner Zukunft. Wünsche, auch Träume. Ich krieg das nicht mehr hin. Wenn mich früher wer gefragt hat, wo ich mich in einem halben Jahr, einem Jahr, in fünf Jahren sehe, hätte ich sofort eine Antwort parat gehabt. Fragt man mich heute, weiß ich nicht mal mehr, was nächstes Woche um diese Zeit ist. Es fällt mir so schwer, mich auf Wünsche und Träume einzulassen. Welche zu entwickeln. Darauf zu vertrauen, dass sie in Erfüllung gehen könnten!

Könnten sie tatsächlich in Erfüllung gehen? Warum sollten sie? Warum sollten sie nicht? Ja, warum sollten sie nicht? Weil ich es schwieriger finde, dass etwas klappt, als das es nicht klappt. Das etwas in die Hosen gehen kann ist viel wahrscheinlicher.

Über sowas hab ich mir früher nie Gedanken gemacht. Ich dachte immer, es wird schon irgendwie gehen. Und dann ging es nicht. Nicht mal irgendwie. Es ging einfach nichts mehr.

Nachdenkliche Grüße

die Löwenmama