Posts Tagged ‘scheiße’

Ganz große Scheiße

6. Februar 2012

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Eiseskälte hat es zur Zeit. Tags – 12 °C und mehr, die Nächte noch viel kälter.

So ähnlich fühle ich mich zur Zeit. Ich kann mich schon mitreissen lassen – z.B. wenn wir jeden Tag Schlitten fahren gehen hab ich Spaß – aber sonst macht sich gern Lethargie breit. Ich fühle mich teilweise wie gelähmt. So lang hat diese Lethargie noch nie angehalten. Meistens war sie nach zwei, drei Tagen wieder weg.

Ich versuche mich nicht hängen zu lassen, habe aber oft das Gefühl mich am liebsten ins Bett zu legen und mir die Decke über den Kopf zu ziehen. (das bin nicht ich!) Trash-TV zu kucken (ich verachte Trash-TV) und einfach wirklich nichts zu tun. Stundenlang stupide und völlig sinnfreie Computerspiele (das bin ich eigentlich auch nicht) zu zocken. Aber das geht natürlich nicht.

Ich schau an manchen Tagen in den Spiegel und denke mir: „Ich wußte gar nicht, das man Scheiße so hoch stapeln kann!“ und mach trotzdem irgendwie weiter.

Es gibt so lähmende Tage wo man einfach nur drauf wartet, das er so schnell aufhört wie er angefangen hat. Man ist kaum dazu in der Lage, die Zeit sinnvoll zu nutzen. Eine ganz liebe Mitleserin hat mir etwas geschickt, ein wirklich gutes Lebensmotto für solche Tage: „Things to do today: 1. to get up, 2. survive, 3. go back to bed“. Das trifft es wirklich sehr gut!

Das Wetter, ja das Wetter. Ich würde mir wünschen, auch wenn grad viel die Sonne scheint, das schnell Frühling wird. Ich hätt so gern wärmende Sonne, Blumen, Schmetterlinge, sprießendes Gras. Der Duft von Frühling oder frischem Regen an einem lauen Sommertag. Diese Kälte – brr. Das ist grad nix für mich.

Das ist alles grad wirklich blöd, blöd, blöd.

Für mich ist gestern wieder ein ganz persönliches Wunder geschehen. Johannes starb am Geburtstag von S., sie ist das Mädchen meiner ehem. Hospizbegleitung (in der ich nun übrigens einen sehr lieben Menschen gefunden und behalten 😉 habe *ich schick Dir einen ganz lieben Gruß*). S. ist schon vor einiger Zeit ins Sternenland gereist. Irgendeinen Sinn hatte es wohl, das Johannes ausgerechnet an ihrem Geburtstag starb. Es gibt so viele Tage im Jahr, warum ausgerechnet an diesem? So viel Zufall kann es gar nicht geben. Ich mag es zumindest nicht glauben.

Gestern war nun ihr Sternenreisetag und wir haben ihr ein Licht und ein Schneckenhaus gebracht. Mein Großer gab es mir und ich legte es zur Kerze und er sagte: „Mama, hier, die kleine Schnecke auch, die gehört dazu!“. Tatsächlich war in dem großen Schneckenhaus nochmal ein ganz kleines mit drin. Ich konnte es kaum glauben. Für mich war das wie „nicht alleine, zusammen, die Große und der Kleine! Das war der Wahnsinn. Ganz, ganz stark.

Mein Baby fehlt mir so sehr. Ich vermisse ihn so. Tränenmeer. Gefühlstsunami. Finde das alles so gemein. So ungerecht. Alle Lebenspläne über den Haufen geworfen. Alles anders. Alles blöd. So viel kaputt. So viele Chancen genommen. Finde mich nicht. Habe das Gefühl auf der Stelle zu treten. Manchmal wie gelähmt. Nicht die Perspektiven, die ich mir gewünscht habe. Mein verträumter Blick in die Zukunft war so ganz anders, aber das Leben kann verdammt gemein und eklig zu einem sein. Träume und Wünsche, die nicht einfach so zu verwirklichen sind. Gleich nochmal bestraft. (Stichwort Kinderwunsch, Genschrott, autosomal rezessiv) Und wenn man Mut hat, vielleicht gleich nochmal auf die Fresse. Davor Angst. Und dann heult man wieder seinen Träumen und Wünschen hinterher und fühlt sich so hilflos dem Ganzen Genschrottthema gegenüber. Warum nicht nur ein gestorbenes Kind, sondern das Folgerisiko nochmal hinterher?

Meinen Löwen kann man nicht ersetzen, aber meine Familie fühlt sich so zerrissen und nicht komplett an. Ein Loch, eine große Wunde. Einfach nicht komplett.

Das ist alles eine ganz große Scheiße!

Es grüßt euch

die Löwenmama

Kotzbrocken-Tage

23. Januar 2012

Heut ist einer dieser sinnlos-Tage. Ich hab das schon beim Aufstehen gemerkt.

Ich versuche an diesen Tagen keinen Anspruch an mich zu haben. Weder als Mutter, noch als Hausfrau, noch sonstwie. Dann bin ich am Abend zufriedener.

Ich hätte heute gern nix gemacht außer mir die Decke über den Kopf ziehen. Nicht aufstehen. Ich bin schon morgens beim ersten Augenaufschlag gereizt. Das Wetter *regen, schnee, regen, bäh* gab mir den Rest. Ich fühle mich total gestreßt, unter Strom gesetzt, obwohl ich keinen Streß habe. Es nervt. Ich hab da keinen Bock drauf. Ich bin ruhelos und gleichzeitig bin ich müde. Würde gern schlafen. Oder Mahjong spielen, bis das IPad leer ist. Aber das geht ja auch nicht. Ich könnte stundenlang unter der Dusche stehen. Aber mein Mädchen hat schon wieder was vor mit mir.

An solchen Tagen tauge ich zu nichts. Bin weder gute Mutter, noch sonstwas. Ich benehme mich wie ein einziger Kotzbrocken. Mein Großer sagte heute morgen: „Mama, Du hast heut morgen schon so richtig schlechte Laune. Super!“ Und ich weiß es. Und ich kann nicht anders. Und ich wär so gern so anders. Man ist das scheiße.

Es ist nun gleich 19.00 Uhr. Der Tag ist fast rum. Das ist gut so. Aber es war auch ein verschenkter Tag. Aber ich habe mehr geschafft als ich dachte. Termine eingehalten, wir sind alle satt, und ich konnte im Haushalt etwas schaffen. Es hätte weniger sein können.

Grüße heute von der

Kotzbrocken-Löwenmama

 

 

Weihnachtsgetöse

21. Dezember 2011

Hier ist es gerade etwas still. Ich finde es gerade richtig, richtig schlimm und kann dieses ganze Weihnachtsgetöse kaum ertragen. Ich versuche einfach jeden Tag rumzubringen und finde es elendig. Weihnachten ist für mich gerade so heile, heile Segen, Familie, Geschenke, Geschenke, Geschenke. Besinnlichkeit. Einen auf „alles ist gut und toll“ machen. Hier ist nichts gut und toll!!! Ich finde Weihnachten dieses Jahr einfach nur scheiße und hab null Bock drauf. Null Bock auf Geschenke ausdenken, basteln, einpacken. Nicht, weil ich meine Familie/Verwandtschaft nicht wertschätze, sondern weil es grad einfach nicht geht. Das ist wie naschen, obwohl man nix zum Fressen hat. Paßt nicht!

Natürlich habe ich Geschenke gekauft und gebastelt. Aber es hat mich dieses Jahr so viel Kraft gekostet. Nichts rechtes wollte mir einfallen, irgendwas kaufen wollte ich auch nicht. Irgendwas basteln wollte ich auch nicht, aber meinen Lieben was schenken wollte ich dennoch. Sie liegen mir ja sehr am Herzen. Es gibt dieses Jahr etwas kleines, ich hab schon noch was gefunden, was ich für alle gemacht habe. Aber es mußte etwas sein, womit ich mich identifizieren kann.

Auch vor den Feiertagen graut mir etwas. Natürlich ist es schön,wenn man sich mit der Familie trifft und ich sehe meine Familie sehr gerne. Aber ich kann grad so schwer mit dieser feierlichen Stimmung. Das ist einfach alles drumrum. Alles ist so schön geschmückt, alles ist in Vorfreude. Ich hab diese Stimmung zu 0,00 % dieses Jahr.

Wir haben die Tage einen Christbaum gekauft. Nur beim Gedanken daran liefen schon wieder die Tränen. Wie hätte der kleine Muck die ganzen Lichter am Heilig Abend angestaunt. Ich hätte ihm auch so gern ein Geschenk gekauft. Hätte auch gern seine leuchtenden Augen gesehen, wenn er versucht hätte es aufzureißen. Stattdessen wird er einen dämlichen Zweig unseres Christbaumes bekommen, den ich ihm wunderwunderhübsch schmücken werde. Frohe Weihnachten, kleiner Johannes. Das ich nicht lache. Wenn ich daran denke… das _zersetzt_ mich!

Gestern erst haben wir wieder mal erstaunt festgestellt, wie wenig Johannes aktiv machen konnte, wie wenig uns von ihm bleibt und wie viel von ihm überall ist. Überall im Haus ist Johannes. In unseren Gedanken ist überall Johannes. Die ganze Welt da draußen ist in Erinnerung voller Johannes. So viel Johannes. Er war so klein und nur so kurz da. Aber er ist wirklich überall!

Ich dachte immer, wenn man ein Kind über längere Zeit ins Leben begleitet, mit ihm etliches erleben konnte, ist es vielleicht noch schlimmer, wenn das überhaupt steigerungsfähig ist. Inzwischen glaube ich das aber nicht mehr. Ich glaube vielmehr, das fehlende Kind – oder der fehlende Mensch – ist wie ein Puzzleteil. Das Puzzle ist vielleicht größer, aber das Teil das fehlt ist immer gleich groß. Es ist nicht kleiner, weil das Kind kleiner war und nicht größer, weil man es länger hatte. Nein, es ist immer gleich groß. Man betrauert ja nicht alle Situationen auf einmal, die man vermisst, die man mit dem Kind erlebt hat. Vielleicht kannte man es auch besser und kann Eigenarten noch mehr vermissen. Aber ein Kind, das man nicht sprechen hören konnte, laufen sehen konnte, das keinen Quatsch sagte, betrauert man in ganz gleichem Maß. Man erinnert sich ja immer an etwas ganz konkretes zurück, das einen in die Erinnerung spült und es ist wirklich völlig egal was es ist. Unterm Strich ist dieser Schmerz immer gleich groß, weil kleiner nicht geht. Zumindest ist das meine neueste Erkenntnis. Wow!

Gestern hat es viel geschneit. Beim Löwen lag ein ganzer Haufen Schnee…

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Einen ganz lieben Gruß in Verbundenheit lasse ich all denen da, die dieses Weihnachtsgetöse grad ähnlich erleben wie ich. Es gibt noch mehr Mamas und Papas, die ein Kind betrauern oder ein schwerst krankes Kind zu Hause haben – oder erst vor kurzem gehen lassen mußten. In Gedanken nehme ich euch an die Hände und am Schluß ist es ein großer Kreis des Zusammenhalts! Vielleicht ist es etwas, woran man sich gedanklich festhalten kann, dass vielleicht gar nicht für alle, die da draußen einen auf „Weihnachtsgedöns“ machen, Weihnachten so toll und sie beugen sich nur dem Protokoll des Einzelhandels. Ihr seid nicht allein. Ich wohl auch nicht… *mir selber gut zured und mir das bewußt mach*

Es grüßt mit einem frohen Weihnachtsgruß

die Löwenmama

Die Ruhe in mir – wo ist sie hin?

8. November 2011

In mir ruhend. Ich bin seit langer Zeit das Gegenteil davon. Ob ich jemals so richtig in mir ruhend war, weiß ich nicht. Ich bin sehr wuselig, aber ja, so eine innere Ruhe hatte ich mal. Und Nerven wie Drahtseile. Viel Trubel um mich rum hat mir nie viel ausgemacht.

Ich war die Mama, die zwar etwas chaotisch war, aber immer mit dem Steuer fest in der Hand. Ganz easy den Großen zum Fußball begleiten, mit dickem Bauch mein Mädchen auf dem Rücken im Tragetuch, irgendwann den Löwen vorne im Arm und mein Mädchen schlafend am Rücken, Tandemstillend, am liebsten ein Kind hinten, ein Kind vorne im Tuch. Alles immer irgendwie im Griff. Das vierte Kind nicht im Kopf, aber schon im Herzen. Schon irgendwie geplant. Ich wuppe das alles. Egal was da kommen mag, mich kriegt das nicht klein. Egal, ob ich zwei Stillkinder hatte, ob ich sie tags oder nacht am besten noch beide gleichzeitig gestillt habe – alles kein Problem.

Und dann war da der Löwe. Und das Leben hat mich …mich… kleingekriegt. Von meinem alten Ich ist kaum mehr was übrig. Ich bin ein ruheloses und kaum belastbares Etwas, das mit seinem grad pillepalle-Leben schon total überfordert ist, mal bezogen auf den Haushalt.

Irgendwann ist da dieser dumme, dumme Mb. Krabbe gekommen und hat mein Leben in eine Kiste gesteckt mit allem was dazu gehört und es ganz wild durcheinandergeschüttelt. Deckel drauf und schütteln was geht und dann den Inhalt so durcheinander wie er ist auf den Boden geworfen. Ausgekotzt vom Leben. Und jetzt macht mal.

Und mit des Löwen Tod ist nochmal alles durcheinandergeschüttelt und jetzt sollen wir schauen, was draus wird. Uns ist immer noch ganz schwindlig vom Schütteln, immer noch orientierungslos. Schutzlos kommen wir uns dabei vor. Defragmentieren ohne Programm dazu. Wie soll das gehen?

Alles durcheinander. Der Große zickt. Mein Kopf ist wirr. Mein Mädchen wild. Und der Löwe nicht mehr da. Mein ganzes Traumleben im Arsch.

Heut ist der erste Tag, wo ich den Löwen nicht besucht habe. Ich wollte mal wissen, wie ich damit zurecht komme und mir gehts ganz mies. Die Kerze von gestern brennt noch und meine Mama hat vorhin nochmal eine angezündet. Das ist mir wichtig, das Licht brennt. Aber da kann ich so viel an ihn denken, wie ich will. Ach verdammt, er fehlt mir halt so.

Es grüßt euch heut mit mieser Laune aus dem Chaos

die Löwenmama

Flucht funktioniert nicht

30. September 2011

Wir sind heut geflüchtet. Einfach woanders hin, was anderes sehen. Eigentlich wollten wir auswärts übernachten, haben aber kein Zimmer mehr gekriegt. Egal. Vor seinen Gefühlen kann man eh nicht flüchten – das habe ich heute gemerkt.

Ganz im Gegenteil, jetzt sind sie da. Ich dachte die Tage schon, mit mir stimmt irgendwas nicht. Ich dachte schon, ich kann gar nicht richtig traurig sein. Aber heute kamen wir nach und nach immer mehr zur Ruhe, standen auch mal im Stau, hingen unseren Gedanken – mal einfach nur so für sich – nach und dann kamen die Gefühle. Und die Tränen. Die Trauer. Der Verlust. Dieses Loch, das der Löwe so plötzlich hinterlassen hat.

Die letzten Monate war er einfach nur da, unfähig irgendwas aktiv zu tun. Kein Lachen, keine Bewegung, …! Es waren so viele Handgriffe zu tun, so viele Handgriffe, die einem eigentlich auch zuwider waren: absaugen, sondieren, Magensonde legen, klistieren, … aber man hat sie getan, weil sie einfach nötig waren. Man wollte, das es ihm gut geht. Es gab so viele schlaflose Nächte. So viele Tränen, die man schon vorab ins Tränenmeer gekippt hat. Der kleine Löwe war so hilfsbedürftig und konnte nichts tun – aber wir liebten den kleinen Knopf einfach nur so, wie er war. Einfach nur um seinetwillen.

Er ist nicht mehr da. Aber diese Liebe ist so stark. Das tut so weh. Ich stand jetzt schon oft vor seinem Grab. Teils mehrmals am Tag. Ich fühle mich furchtbar leer. Ich kann es nicht ertragen mich umzudrehen und einfach zu gehen. Am Mittwoch war es am schlimmsten. Morgens wird er in dieses Loch gelegt und abends ist er die erste Nacht nicht daheim. Mein Baby dort unten, in diesem tiefen, kalten Loch. Ich kann gar nicht beschreiben, wie es in mir aussieht, wenn ich darüber nachdenke.

Er fehlt mir so sehr. Er fehlt mir einfach so, so sehr. Ach Du kleiner Stinker. Ich würd so gern nochmal in Deinen Löwensträhnen wuscheln. Dir über Deine kleine, hübsche Nase fahren. Aber sie war am Schluß so kalt und das war nicht mehr das, was es einmal war. Deine Sachen riechen noch nach Dir. Irgendwann wird das verflogen sein. Und dann?

Ich komm gedanklich grad nicht so gut damit klar, dass es ihm jetzt dort besser gehen soll, wo er ist. Gibt es diesen Himmel wirklich, von dem wir träumen? Oder egal ob es „der Himmel“ ist. Gibt es diesen Ort, wo wir uns wiedersehen? Ich habe Angst davor, dass ich mir was vormache. Ja, da war dieser Marienkäfer. Das war so deutlich, das kann kein Zufall gewesen sein. Mich macht das furchtbar unruhig, das ich nicht weiß, ob es diesen „Himmel“ gibt. Ob er dort wirklich sich bewegen, lachen, gesund sein kann. Mich würde der Gedanke so glücklich machen, dass er dort die Ururoma, den Uropa, … um sich hat. Das es ihm dort gut geht. Aber ich bin mir so unsicher, dass es wirklich so ist. Werden wir uns wirklich wiedersehen?

Ich habe Angst, dass ich ihn jetzt gerade im Stich lasse. Ich kann nichts mehr für ihn tun. Nicht mehr, als verdammte Kerzen anzünden. Zum Friedhof fahren und „Gute Nacht“ sagen. Bald Blumen pflanzen. So wie gestern eine Laterne kaufen und eine selbst gebastelte Löwenkerze reinstellen und ein Windrad zwischen die ganzen Blumenherzen stecken. Das ist doch scheiße!

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Traurige Grüße aus dem Tränenmeer

die Löwenmama

 

merkwürdige, überdurchschnittliche Meilensteine

14. September 2011

Der Löwe ist heute 13 Monate alt. Bei Wikipedia steht, dass Kinder mit Morbus Krabbe im Durchschnitt 13 Monate alt werden. Ein sehr merkwürdiger Meilenstein. Findet ihr nicht?

Ich kann mich noch gut erinnern, als wir kurz nach Erhalt der Diagnose dies bei Wikipedia lasen. Wie bitter war das zu rechnen, wann das ist und ob wir den Löwen wohl dann noch haben.

Tja und heute ist dieser Tag. Und wie fühlt er sich jetzt an? Merkwürdig. Wirklich ein sehr merkwürdiger Meilenstein.

Heut ist ein scheiß Tag. Nicht wegen des Meilensteines, grad ist der Wurm drin. Wir haben saublöde Nächte, heute Nacht hab ich vielleicht zwei Stunden geschlafen und die nicht mal am Stück. Normalerweise wach ich vor dem Wecker auf, raus aus dem Bett und los geht der neue Tag. Ich bin eher ein Frühaufsteher. Abends lange aufbleiben liegt mir nicht.

Zur Zeit sondiere ich aber noch sehr spät, bin vielleicht gegen 23.00 Uhr fertig. Oft aber auch nicht. Vor ein paar Tagen ist es mir schon passiert, dass ich den Wecker im Halbschlaf ausgemacht und einfach weiter geschlafen habe. Das ist mir wirklich zuvor noch nie, nie, nie passiert.

Heute morgen war das wohl ähnlich. Ich kann mich nicht mal mehr daran erinnern, dass der Wecker geklingelt hat. Wach wurde ich viel zu spät. Mein Alltagsengel, die meinen Großen morgens mit zur Bushaltestelle nimmt, stand schon mit dem Auto vor der Tür um ihn einzusammeln, aber wir waren wirklich in dem Moment erst voller Verschlaf-Schreck aufgestanden. Logischerweise mußte ich warten, bis die Dame vom Kinderkrankenpflegedienst da ist, bis ich den Großen mit dem Auto in die Stadt zur Schule fahren kann und er kam natürlich viel zu spät. Mist.

Ich hab einfach so ein Schlafdefizit. Ich bin   h u n d e m ü d e  ! Ich kann nicht auf Befehl schlafen. Ich kann nicht „jetzt gehts grad“ und schwupps hinlegen und schlafen und vielleicht nach 20 Minuten wieder fit sein. Ach Scheißdreck!

Der Löwe schleimt um die Wette. Irgendwie ist wieder alles beim Alten. Man merkt einfach, dass er beim Husten wieder weniger Kraft hat, dass es schwerer fällt zu stinkern. Mir tut der kleine Löwe so leid, ich würd ihm das alles so gerne abnehmen. Dabei zuzusehen, wie man nichts tun kann, ist einfach nur schrecklich. Ein Albtraum. Grausam. Nicht zu ertragen.

Ich wollte eigentlich schon am Sonntag bloggen, aber ich war ehrlich gesagt noch zu geladen. Laut Bordstatistik landete jemand am Sonntag hier im Löwenblog, nachdem bei der Suchmaschine folgendes eingegeben wurde: „was macht man mit scheiß kindern die einen nerven?“

Das begleitet mich seit Tagen. Es hat mich so wütend gemacht für den Moment. Ach eigentlich bin ich immer noch wütend. Jeder, der Kinder hat, war von ihnen – warum auch immer – schonmal genervt. Und ja, Kinder können auch schreckliche Nervensägen sein. Das ist einfach so und das darf man auch sagen. Das, was diese Aussage so unglaublich macht ist das Wort „scheiß“. Scheiß Kinder. Scheiß Kinder? Auch das paßt nicht in meinen Kopf. Das ist einfach alles so ungerecht. Schreiend ungerecht!

Ich laß heute mal einen ganz arg lieben Gruß an meinen fahrenden Alltagsengel aus dem Nachbarort da! Du bist großartig, liebe Dani. Und auch die anderen Mamas, die mir meinen Großen vom Bus mit heimbringen. Und da hab ich noch eine Mami, die schon oft wegen des Fußballtrainings oft genug gefahren ist. Auch an Dich, liebe Katja, Danke! Ich weiß gar nicht, wie ich das wieder gutmachen kann.

Es grüßt euch herzlich

der arg verschleimte Löwe und die Löwenmama

 

 

bitter

28. August 2011

Das Leben schmeckt gerade sehr bitter.

Gestern abend kam das mal wieder alles so hoch. Eine blöde Situation mit meinem Mädchen wo sie ihren Dickkopf durchsetzen wollte und ich Grenzen setzen mußte. Ein Kraftakt beiderseits. Eine Zerreissprobe für mich. Sie hat ihren Kopf auf. Aber manchmal kann man ihn nicht durchsetzen und das versteht sie noch nicht.

Aber ich habe es schon lange erkannt, dass alles was in der Familie gerade schief läuft, multikausal ist. Es hängt zusammen. Das ganze Umfeld krankt. Ich bin mir sicher, wäre alles gerade nicht so, wie es ist, wäre die Situation nie so zustande gekommen.

Ja, das Leben schmeckt gerade sehr bitter, habe ich eingangs geschrieben. Selten habe ich es so deutlich wie gestern abend geschmeckt und das Tränenmeer ausgiebigst bedient.

Ich wollte immer so eine tolle Mama sein. Ich war immer auf jedem Fußballspiel mit meinem Großen. Jetzt auf keinem mehr. Als er so alt war wie mein Mädchen, kannten wir alle Kinderlieder auswendig, kannten alle Klappen aus seinen geliebten Klappenbüchern, spielten wir Spiele. Mein Mädchen braucht Hilfe beim Rutsche raufklettern, was andere in ihrem Alter schon in Windeseile alleine machen. Sie steigt nicht alleine Treppe, obwohl sie es sicher schon lang könnte. Nein, nicht könnte, sie kann es. Aber wir sind es, die es ihr nicht zutrauen – aus Angst, dass sie runterfällt. Steintreppe. Gar nicht auszumalen, was passiert.Für alles andere bleibt kaum Zeit, nicht genug Gelegenheit.

Auf den Spielplatz zu gehen, da hatten wir bis jetzt nie die Gelegenheit. Ich konnte ja den Löwen nicht mitschleppen und auf einem Arm den Löwen und mit dem anderen sie auf der Rutsche begleiten mit einem Arm – nein, das ging nicht. Ich kann viel, aber ich stieß allzu oft an meine Grenze in der Vergangenheit.

All das, was ich jetzt mit meinen Kindern versäume, kann ich nicht mehr nachholen.

Mein Großer kam gestern aus dem Urlaub zurück. Er freute sich riesig, wieder zu Hause zu sein. Und wir freuten uns auch, dass er endlich wieder da ist. Am Abend hatte ich das Gefühl, er wäre am liebsten wieder weg. Das tut weh. Das tut so verdammt weh. Ich bin doch ein Muttertier, durch und durch. Zum Glück ergab sich gestern noch eine Situation, wo wir darüber reden konnten. Er ist was das aller hier gerade anbelangt sehr, sehr reif. Er hat sehr genaue Pläne von den letzten beiden Ferienwochen. Freibad, Freunde treffen, Fußballtraining, welches wieder in einer ganz neuen Mannschaft bereits vor einer Woche begonnen hat, wo er sich seinen Platz im Tor sichern mag, weil er da so gut ist und es ihm so gut gefällt und nun Konkurrenz droht. Er will jeden Tag etwas für die Schule tun, um einen guten Start zu haben – ich möchte ihn so gut es geht unterstützen und mir Exklusivzeit nur für ihn nehmen.

Wie wird das, wenn die Schule wieder losgeht? Alle starten ausgeruht von den Ferien frisch durch ins neue Schuljahr. Ich bin noch viel mehr im Arsch als vor ein paar Wochen. Dieses früh morgens Aufstehen zum Sondieren und jeden Tag noch so spät zu sondieren schlaucht mich. Ich konnte mich in den letzten Wochen nicht erholen.

Ich hab dieses System ja noch nicht ganz kapiert, aber offenbar  brauchen wir die höchste Pflegestufe, damit wir den Kinderkrankenpflegedienst stundenmäßig aufstocken können. Ist ja schon alles beantragt, der MDK war zwei Tage vor des Löwen Geburtstag da – ich bin gespannt, wann der Bescheid kommt. Wenn wir kein höheres Stundenkontingent für den Pflegedienst bekommen, weiß ich nicht, wie es weitergeht. Ja irgendwie ja schon, aber ich hab keinen Plan Vor allem nicht davon, wohin das führt.

Alles hat ja bekanntlich seinen Preis. Man hört ja immer mal wieder so blöde Sprüche, diese klassischen Weisheiten des Lebens. Da gibt es ja diesen „Im Leben ist nichts umsonst – außer der Tod“. Aber das stimmt nicht. Der Preis für den Tod ist in diesem Fall verdammt hoch.

Ich habe übrigens einige sehr wertvolle Gedanken zum Thema „Freunde – Kreislauf“ bekommen. Da waren einige Aspekte dabei, so hab ich das noch nie gesehen. Ich danke euch dafür. Ich würde gern jeder etwas mehr dazu schreiben, aber ich schaff es nicht. Das tut mir leid, aber es ist so. Hier liegt seit drei Tagen das Geschenk für meine liebe Mama und wartet auf Geschenkpapier. Ich schaff ja nicht mal das… ich wollte nur sagen, ich partizipiere sehr von euren Gedanken und sie gehen nicht ins Leere.

Es grüßt euch

die Löwenmama

 

…ausgerastet…

18. Juli 2011

Gestern bin ich ausgerastet. Ich hab mich so geschämt, so elend wie selten zuvor gefühlt. Ich bin mit meinen Nerven gerade völlig durch. Mein Mädchen geht meist abends mit mir ins Bett und steht morgens mit mir auf. Ich war gestern abend so, wie ich nie sein wollte. Irgendwie wurde an mir genoddelt und genoddelt, ich war mit mehreren Dingen gleichzeitig beschäftigt und ich wurde meiner Kleinen gegenüber laut, dem Löwenpapa gegenüber ungerecht. Ich war so, wie ich nie sein wollte. Ich bin ein riesengroßes Arschloch.

Ich saß so krass bewußt vor dem Trümmerhaufen meines Lebens. Ein Kinderlachen mehr im Haus hatte ich mir gewünscht. Und jetzt ist alles für den Arsch. Nicht nur die Gesundheit des kleinen Löwen, sondern auch das ganze drumherum krankt. Wohin führt das, frage ich mich oft. Eine Antwort habe ich darauf nicht. Aber das macht mich sehr, sehr unglücklich.

Der Löwe bekommt seit dem Wochenende etwas weniger Milch, die aber zusätzlich mit Fencheltee verdünnt. Das scheint er besser verdauen zu können. Wir hatten kein im Schwall erbrechen seitdem und er verdaut deutlich schneller. Jetzt müssen wir nur noch rausfinden, ob ihm das von den kcal her reicht…

Ich wollte noch rasch was loswerden. Es gibt an jeder Ecke Eltern, die ein Kind oder gar mehrere, begraben haben. Keiner redet darüber. Niemand weiß es. Totgeschwiegen. So totgeschwiegen, wie die Kinder nicht mehr da sind. Das beschäftigt mich sehr. Immer wieder steht mir wer gegenüber und signalisiert mir „ich auch“. Das gibts doch nicht!! Da häng ich gerade gedanklich fest. Ich kann das nicht einfach so hinnehmen, dass all diese Kinder sterben und das ist so weggeschwiegen. Tabu. In meinem Kopf reift da grad was mit roten Luftballons…

Und noch was will ich loswerden. Ich möchte mich für eure ganzen lieben Kommentare und E-Mails bedanken. Ich will auf einiges zurückschreiben, aber ich komm einfach nicht dazu. Ich bitte um Geduld oder Nachsicht.

Der Löwe ist heute 11 Monate alt

14. Juli 2011

Der Titel sagt es schon – mein Löwenbaby ist heute 11 Monate alt. Es fühlt sich immer sehr merkwürdig an, wenn er so ein „Monatsdatum“ erreicht hat. Einerseits freut man sich im ersten Moment, andererseits denkt man sich auch, er ist „schon“ 11 Monate alt. Das macht mich dann wieder sehr traurig.

Gerade ist ein Bild für mich sehr prägend. Ich halte so gerne seine Hand in meiner. Ich könnte das stundenlang. Ich weiß nicht, was ich daran so sehr mag, aber ich fühle und sehe dieses Bild so gerne. Vielleicht zeigt es diese besondere Verbundheit zwischen uns.

Ich frage mich immer wieder, wie ich meinen kleinen Muck irgendwann in sein Kistchen legen soll, Deckel drauf und nie mehr diese kleine Hand halten, sie in meiner fühlen, sie streicheln. Irgendwann ist der Moment da. Wie soll ich das schaffen? Ich kann das nicht!

Ich stelle mir das als den allerschlimmsten Moment daran vor. Ich weiß, er wird sterben und ich kann es nicht beeinflussen. Ich wappne mich innerlich. Aber es wird einfach passieren, ohne das ich am wie, wann, warum etwas ändern kann. Aber dieses fein machen, reinlegen, Sachen die er mitnehmen soll dazu legen und dann noch ein letztes Mal streicheln, küssen, Hand halten, vielleicht die langen Löwenmähnen-Haarsträhnen abschneiden – das ist so aktiv. Das passiert nicht einfach, man muß es selbst tun. Und dann der Deckel drauf. Das bringt mich gerade fast um den Verstand, mein Herz krampft bei dem Gedanken. 😦

Der Löwe hat grad neue Baustellen. Er lagert immer wieder Wasser ein, das ist neu. Auf Anraten unseres Kinderarztes höre ich nun immer mal wieder die Herztöne ab und ich glaube, er hat recht, er scheint Herzrythmusstörungen zu haben. 😦 Ja, warum sollte das Schwein Morbus Krabbe sein kleines Herzchen in Ruhe lassen? Und er lädt wieder im Schwall ab, hat er schon ganz lange nicht mehr gemacht, seit der Diagnostik nicht mehr. Aber erst zwei Mal, vorgestern morgen als ihm hinten ne Rakete rausging (meine Theorie, Druck hinten erzeugte Druck nach oben und schwupps war die Milch wieder draußen) und gestern abend – nach der Rakete. Es war schon spät, ich war hundemüde und ich freute mich so aufs Bett. Mein Mädchen war auch noch wach. Ich ging noch rasch Zähne putzen und will mir den Löwen schnappen, schnupper, oh neee, ne Rakete. Also ab nach oben, ganz vorsichtig wickeln. Grad angezogen, letzter Knopf zu, rattert es wieder in der Hose. Vorsichtig kucken, gut, war nur ein Pups. Ich sag noch: „Stinkern kannst Du so oft Du magst, solange nur die Milch drin bleibt.“ und sprachs – da kam der Schwall und der kleine Kerl war ziemlich nass. Komplett neue Garnitur, ab ins Bett, nochmal Milch machen und ich hab ihn nun im Bett sondiert. Aber ich hätt echt heulen können. Ich war doch so müde.

Ich bin eh gerade völlig im Arsch. Unsere Nächte sind deutlich besser, ziemlich gut sogar, würd ich sagen. Aber ich bin völlig im Arsch. Ausgebrannt. Leer. Ich schlepp mich nur so durch die Tage und bin total dankbar dafür, dass der Kinderkrankenpflegedienst kommt und mir den Löwen ein wenig abnimmt. Wobei er da die meiste Zeit schläft, Nachmittags hab ich grad immer alle Hände voll mit ihm zu tun. Er schleimt wieder etwas mehr, kriegt den aber schwer raus und ich klopfe, rüttle ab, sauge ab, trage ihn viel. Wir kuscheln auch viel. Wenn er wach ist, bring ich es kaum übers Herz, ihn in sein Wägelchen zu legen. Ich trag ihn lieber rum und schmuse mit ihm. Ich mach nur schnell, schnell das nötigste. So schauts hier auch aus. *rotwerd*

Scheiß drauf, aufgeräumt wird wann anders. Ich werd noch viel Zeit zum Aufräumen haben!

Was mich auch noch nachdenklich stimmt: wenn man nix mit gestorbenen oder sterbenden Kindern zu tun hat, hört man auch nix davon. Kaum ist es Thema, erzählt fast jeder „ja dem und dem und da ist auch wem eins gestorben“. Ich kam mir ja letztens am Sportplatz wie ein Alien vor. So außen vor. So nicht dazugehörend. Ich hatte mir da Gedanken darüber gemacht, wieviele Mamas und Papas da wohl jetzt dabei sind, denen auch ein Kind gestorben ist, oder das in absehbarerer Zeit stirbt. Ich hab mir überlegt, wenn jeder einen roten Luftballon für sein Kind in die Hand nehmen würde, wieviele es dann wohl wären. Ich hab weiter überlegt, wenn ich mich am Samstag, bei schönem Wetter, wenn viele Menschen unterwegs sind, mal in die Fußgängerzone stellen würde, mit vielen roten Luftballons bewaffnet und mit einem Schild, dass sich bitte jedes (bald) verwaiste Elternpaar für das gestorbene oder sterbenskranke Kind einen Luftballon nimmt und wir am Abend eine Lichterkette machen und uns alle an der Hand halten, wieviele es wohl wären. Ob der Marktplatz voll wäre? Ob es nur eine Hand voll Leute wäre? Wir könnten diese Aktion wunderbar für einen Flashmob nutzen, wir bräuchten nur noch Vollmond. 😀

Dieses Blog ist noch nicht sooo lange online und ihr knackt vielleicht heute die 20.000. Wer seid ihr alle, die ihr hier reinklickt? Zufallsklicker? Tagklicker? Seid ihr neugierig durch die 100 Top-Blogs bei wordpress.com geschlittert und hier gelandet? Habt ihr über die Presse von uns erfahren und das Löwenbaby mit seiner Löwenmama gesucht und habt hier reingeklickt? Aus meinem Frauenforum? Über ein anderes Forum oder Netzwerk? Habt ihr Lust euch zu outen? Ich würd mich freuen, z.B. über meine Mail-Adresse oder noch einfache bei meiner Umfrage: http://wp.me/p1D1Hd-aw

Edit: Ach ich bin zu blöd den Link richtig zu verschachteln, also das da nur „Umfrage“ steht und ihr draufklicken könnt. Seis drum. Sieht doof aus, erfüllt aber den Zweck. 😉

So, mein Mädchen ist wach. Soll ich euch was verraten? Der Tag hat gerade erst begonnen und ich bin schon wieder oder immer noch voll im Arsch. Und heut kommt der Kinderkrankenpflegedienst erst am Nachmittag – weil wir müssen zum Zahnarzt. *NERV*

Viele Grüße

von euerer Löwenmama

Leben findet zur Zeit ohne mich statt.

29. Mai 2011

[konstruktiv modus]Das kleine Löwenbaby scheint sich wieder recht gut zu erholen, kein Fieber, verschleimt sein wird etwas besser und obwohl wir erst vorgestern mit dem Macrogol-Pulver zum Stuhl weicher bekommen angefangen haben, hat er gestern seit sehr langer Zeit endlich mal wieder „einfach so“ einen Stinker in der Hose. [/konstruktiv modus]

[destruktiv modus]Ich haße mein Leben. Ich haße mich. Das Leben muß mich hassen. Oder euer Gott. Entweder gibt es ihn und er haßt mich und bestraft mich für irgendwas oder es gibt ihn nicht und das Leben straft mich für irgendwas.

Das Leben nimmt mir nicht nur mein Baby weg, sondern hat mir mindestens zwei wertvolle Jahre meines Lebens geraubt. Es raubt mir, dieses Kind aufwachsen und ins Leben begleiten zu dürfen und verhindert, dass ich es mit meinen anderen Kindern auch tue. Ich sitz drin und klopf die Lunge ab und mein Mädchen jammert, weil sie mit mir hüpfen will. Nein, Mami kann nicht.

Ich hab heut vier Mal Lunge abgeklopft. Ich mußte ihn vorhin tief absaugen durch die Nase. Ich haße es, das zu tun. Es ist eklig für ihn, vielleicht tut es ihm weh und ich mag solche Sachen nicht bei ihm tun. Ich haße Absaugkatheter, dieses scheiß Absauggerät. Ich haße diese f**** Nasensonde. Ich will nicht irgendwas mit einer Spritze in den Magen meines Babies drücken. Außerdem muß ich grad fast jedes Mal mit dem Stethoskop den Sitz der Magensonde prüfen, weil ich keinen Mageninhalt hochziehen kann. Ich haße es. Ich will das nicht tun.

Ich bin gefangen in meinem scheiß Leben. Ich lebe gar nicht mehr. Ich sitz tagtäglich in diesem scheiß Haus. Maximal begleitet zum Einkaufen komm ich noch und das wars. Ach, Klinikum vergessen. Da darf ich sogar allein, ohne Begleitung, hin.

Ich stehe auf, um drauf zu warten, dass wieder abend ist. In der Zwischenzeit klopfe ich und klopfe ich und klopfe ich die Lunge ab, sondiere, sondiere und sondiere und hetz meinem Haushalt hinterher. In einer freien Minute geh ich pinkeln und spiele mit meinen Kindern und dann ist abend und am nächsten Tag findet so ein neuer Scheißtag statt. Und täglich grüßt das Murmeltier.

Das Leben findet zur Zeit ohne mich statt.[/destruktiv modus]

Sorry, mich kotzt grad alles ziemlich an. 😦