Posts Tagged ‘traurig’

14.38 Uhr – heute vor einem Jahr

24. September 2012

Kleiner Löwe,

heute vor einem Jahr hast Du aufgehört zu atmen und bist in meinen Armen gestorben.

Heute vor einem Jahr hast Du Deinen Kampf wie ein echter, großer Löwe gegen die Windmühle Morbus Krabbe aufgehört. Aufgegeben hast Du nie.

Heute vor einem Jahr hast Du Deine Flügelchen bekommen und sie mutig ausgebreitet. An der Hand Deines Schutzengels hast Du Dich nach dorthin auf den Weg gemacht, wo Du keine Schmerzen mehr hast. Wo Du eine Freundin hast. Eine Party hattest Du zu feiern. Ein guter Grund dem Morbus Krabbe eine lange Nase zu drehen.

Feier heut schön Sophias Geburtstag, kleiner Löwe. Gib ihr einen dicken Kuß von uns allen hier unten. Wir feiern hier ein bißchen mit. Etwas leiser. Weil wir euch nicht stören wollen bei eurem tollen Fest auf der anderen Seite des Regenbogens. Heute ist die Mami traurig, ohne das Du Dich darum zu kümmern brauchst. Hab Spaß. Die Luftballons steuern wir bei. Sie finden den Weg sicher nach oben.

In Gedanken fest bei Dir und Sophia

Deine Mami, Dein Papi, Dein Bruder der Dich sehr vermisst und Deine kleine Schwester, die ganz viel von Dir redet, täglich mit Dir spielt…

Wir lieben Dich sehr, Johannes!

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Muttertag am Grab

13. Mai 2012

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Es gibt keine Worte dafür was heute in mir vorging, als ich an Johannes Grab stand und weinte.

 

Es grüßt

die Löwenmama

 

Die Mimosen-Ming-Vase

30. November 2011

Ich möchte mich auch mal wieder melden.

Ich fühle mich zur Zeit einerseits wie eine sehr wertvolle und alte Ming-Vase, die schon öfter mal zerbrochen ist und wieder geklebt wurde. Gleichzeitig wie eine Mimose. Habt ihr schonmal eine gesehen? Eine falsche Bewegung und sie klappt sich ein. Extrem empfindlich. Ein falsches Wort, eine dumme Begebenheit, irgendwas was mich im falschen Moment an blöde Situationen erinnert und mein sehr dünnes Nervenkostüm bröselt wie die Ming-Vase bei einer blöden Stoß. Das ist ätzend. Ich bin quasi eine Mimosen-Ming-Vase.

Andererseits fühle ich mich voller Energie, voller Tatendrang, habe Ideen und einiges vor. Ich übernehme mich aber sehr schnell. Wie ein Laptop, das nicht geladen ist, kurz am Strom angestöpselt ist und schon wieder kommt irgendein Arsch und steckt es aus, dann gehts noch kurz und dann ist der Saft alle.

Ich war heut den ganzen Tag total wuselig. Überall und nirgendwo. Viel angefangen, nicht viel geschafft. Ich wurde immer wuseliger und unruhiger, kribbelig hoch 10, dann wurde ich gereizt, übertrug das wohl auf mein Mädchen. Die wurde nämlich auch immer wuselig und hat mich noch wuseliger gemacht, ich wurde wahnsinnig. Dann wurde ich sauer und wir hatten Ärger.

Es wurde Zeit, zum Löwen zu fahren, seine Kerzen anzuzünden und dann kam so ein dummes, dummes Loch. Wie ein Film lief es während der Autofahrt ab. 29.09.2011, 14.38 h. Alles war da und ich hab so geheult. Diese ganze Hilflosigkeit kam wieder hoch. Die Situation, das es passiert und ich kann nichts, nichts, nichts dagegen tun.

Der Stinker fehlt, fehlt, fehlt! Ich kann es gar nicht anders sagen.

Ich fühl mich grade so scheiß traurig. Ach alles blöd.

Morgen wird hoffentlich wieder besser.

Es grüßt euch herzlich

die Löwenmama

…weil Liebe stärker ist als der Tod!

1. November 2011

Vor kurzem fragte mich mein Großer, wieso ich „schon wieder“ zum Löwen fahren müsse, ich würde ihn sicher nerven. (Genauso wie ich peinliche, altmodische Mama ihn nerve.) *schmunzel*

Ich überlegte kurz, wie ich es ihm erkläre, warum es mich schon wieder dort hin zieht. Warum ich täglich dort hin fahre, manchmal auch öfter. Warum man das Bedürfnis hat, an diesem Grab zu stehen und mit dem Bild auf dem weißen Kreuz zu sprechen. Etwas für jemanden zu basteln, der gar nicht mehr da ist.

Ich versuchte ihm zu erklären, das Elternliebe bis über den Tod hinaus reicht. Das sie nicht einfach aufhört. Das Liebe etwas wunderbares ist, weil sie stärker ist, als der Tod. Wir haben am Ende beide geweint, weil ihm klar wurde, wie groß Elternliebe wirklich ist. Das sie nicht mal mit dem Tod endet.

Wir waren heute Vormittag schon beim Löwen. Wir waren froh, wir hatten Glück und es war wenig los – heute ist ja Allerheiligen. Es hat mich die letzten Tage schon etwas traurig gemacht. Vor kurzem noch brannten abends nur wenige Kerzen, immer auf den gleichen Gräbern. Jetzt kurze Zeit vor Allerheiligen herrschte große Betriebsamkeit und heute war der Friedhof hell erleuchtet. Ich fände es schöner, wenn es nicht einen Tag dafür bräuchte, dass möglichst viele Lichter dort brennen. Andererseits ist es vielleicht gut, dass es so einen Tag gibt, sonst würde sicher auf manchen Gräbern nie ein Licht brennen. Ach das ist ein schwieriges Thema, wo man auch schnell wem auf die Füße treten kann. Vielleicht sehe ich es auch sehr einseitig. Bitte seht es mir dann nach, ich lerne auch noch dazu. Friedhöfe sind für mich Neuland, ich mache mir gerade mein Bild. Leider bin ich immer noch ziemlich, ziemlich saufer auf die Welt und mich ärgert es immer wieder, wie pietätlos manche Friedhofgänger sich Trauernden am Grab gegenüber benehmen.

Heute abend hab ich noch ein anderes Grab besucht und bin noch eine selbst gebastelte Prinzessinnen-Kerze losgeworden für ein ganz besonderes Mädchen, das ich leider nie kennenlernen konnte. Aber sie hat eine tolle Mama und eine tolle Schwester, ich hab beide sehr, sehr gern. Und der Löwe und sie haben auf irgendeine Art und Weise irgendeine Verbindung…

Auf dem Heimweg hab ich gewendet, ich mußte doch nochmal zum Löwen und nochmal gute Nacht sagen. Und ich wollte nochmal ein Kerzchen dazustellen, noch ein klein wenig mehr Licht machen. Ich muß gestehen, ich hasse es regelrecht, bei Dunkelheit auf den Friedhof zu gehen – nicht wegen der Toten, der Gräber. Es sind eher die Büsche, Bäume, die Dunkelheit. Es ist mir sehr unangenehm, allein im Dunkeln zu laufen. Aber ich hatte das dringende Bedürfnis, ihn nochmal zu besuchen und es war gut. Es war sehr wertvoll nochmal ein Licht mehr ins Lichtermeer des Friedhofs zu stellen. Noch ein Licht für den Löwen.

Der Löwe fehlt sehr. Die Tränen laufen immer wieder. Irgendwie wird es gerade immer präsenter und diese Gefühlslähmung ist weg. Ich denke sehr, sehr viel an ihn.

Es grüßt euch

die Löwenmama

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ver-rückt

28. Juni 2011

Ich fühl mich heute wie etwas ver-rückt. Ich ertrage das hier eingesperrt sein nur schwer.

Ich bin so unendlich traurig. Weil –

irgendwann
ist der tag
da schleicht er sich an
vielleicht von hinten
ohne vorwarnung
und
nimmt dich mit

oder

er wird ganz sichtbar
und du bist
nicht ganz plötzlich
aber ohne
etwas
dagegen tun zu können
weg

nicht mehr da
einfach so
und ich kann
nichts
nichts
nichts
dagegen tun

vielleicht ist es
gut
so?

würde es nicht
um mein
KIND
gehen, sondern um
irgendwen
würde ich mir
anmassen
„es ist besser so“
zu sagen.

bei seinem eigenen
KIND
fällt das
zu
schwer.

ich liebe dich, kleiner löwe.

danke, dass du mit mir heute so fein unter dem apfelbaum gelegen hast. ich habe es aufgesogen in mir. ich glaube, du auch.