Gute Gedanken

25. September 2014

Danke für alle guten Gedanken und lieben Worte. Es tut gut zu wissen, nicht alleine zu sein und das unser kleiner Löwe nicht vergessen ist.

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Von Herzen
die Löwenmama

Johannes Sternenreisetag, heute vor drei Jahren

24. September 2014

Verlust bedeutet, zumindest ein klein wenig von etwas gehabt zu haben, das einem viel bedeutet hat.

Es muß sehr viel gewesen sein, selbst wenn es noch so kurze Zeit und so klein war, wenn es schlimm vermisst wird.

Johannes wird ganz schlimm vermisst und auch seine kleine Schwester Elisa, die jetzt etwa viereinhalb Monate alt wäre auf dieser Welt. Aber an Johannes möchten wir heute ganz besonders denken, da heute sein Sternenreisetag ist.

Gestern überlegten wir, was vor drei Jahren war. Johannes war krank, hatte einen Infekt und hatte am Vorabend noch Fieber. Wir machten uns große Sorgen, ob er vielleicht eine Lungenentzündung ausbrütet, was immer die große Gefahr und das Schreckgespenst war. Am Morgen seines Sternenreisetages ging es ihm besser, fieberfrei und wir freuten uns, konnten diese Sorge wieder beiseite schieben. Niemand rechnete damit, nicht an diesem Tag, dass sein kleines Herz um 14.38 Uhr aufhört zu schlagen und er seine Flügelchen bekommt.

Ich war seit der stillen Geburt der Kleinen sehr wenig am Grab. Geplagt von schlechtem Gewissen, aber es ging nicht. Die Physalis hatte sich furchtbar ausgebreitet und einen unglaublich großen und bunten Urwald gezaubert, sodass ich es kaum übers Herz brachte, sie abzuholzen.

Gestern in einer Hau-Ruck-Aktion war es aber soweit und ich hab alles wieder schön gemacht. So schön es eben Hau-Ruck-mäßig ging. Ich denke, es wird meinen Mäusen aber gerecht. Ich bin mit einem zufriedenen Gefühl wieder gegangen und mein großes Mädchen hat so fleißig geholfen. Nun haben wir viele, viele bunte Grüße von den beiden hier bei uns, die uns durch den Herbst und vielleicht auch Winter begleiten werden. Danke dafür, dass ihr die Physalis so schön habt wachsen lassen.

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Im Himmel ist heute eine große Party. Ich bin mir sicher, dass Johannes vor drei Jahren ganz spontan auf eine Party mußte, weil ein anderes Sternenkind von einer uns ganz nahestehenden Mama Geburtstag hatte. Feiert schön Sophias Geburtstag.

Wir sind heute ein bißchen mehr traurig als sonst, vor allem wenn die Uhr 14.38 h zeigt. Aber wir sind weiter tapfer und wissen, dass es Dir da, wo Du jetzt bist, gut geht und Du keine Krampfanfälle, Spastiken und Schmerzen mehr hast. Das du dich bewegen kannst, springen, laufen, sprechen, singen, Essen was und wann du willst und trinken. Das es dir an diesem Ort an nichts mangelt und das wir uns wieder sehen werden. Johannes, Mami und Papi haben noch ihre Zeit auf dieser Welt. Da wo du bist, zählt die Zeit nichts, so wie versprochen geht es bei dir ganz schnell, bis wir uns wieder sehen.

In Liebe

die Löwenmama und der Löwenpapa

Alles liebe zum 4. Geburtstag, kleiner Löwe

14. August 2014

Ich hatte mal einen kleinen Jungen. Ich denke es mir immer wieder. Es war so besonders, ihn im Arm zu halten. Johannes war so ein unglaublich hübsches Kind. Sein mokkabraunes Haar und dazu seine seltsam schönen blauen Augen, die ganz bestimmt einmal hätten anders werden sollen, hätte sein kleiner und so kranker Körper nicht irgendwann in der Entwicklung gestoppt.

Es ist nun sein vierter, der dritte Geburtstag den wir ohne ihn feiern verbringen. Dieses Jahr gibt es keinen Kuchen und kein Geschenk. Es fühlte sich falsch an für uns. Ich konnte einfach keinen backen. Und ich bin auch an nichts rangelaufen, was ich ihm hätte schenken sollen. Für was? Er würde nie damit spielen und den Kuchen kann er auch nicht essen, denn er ist nicht mehr da.

Ich habe gerade meine vielleicht schlechteste Phase. Seit wir seine winzig kleine Schwester zu ihm gelegt haben, war ich nur noch selten am Friedhof. Ich kann einfach nicht hingehen. Es sieht dort fürchterlich aus. Die Physalis, die ich letztes Jahr wegen der hübschen roten Lampions gepflanzt habe, haben das halbe Grab in Beschlag genommen und für sich erobert. Ein richtig kleiner Dschungel. Viel zu viel. Aber in mir drin ist viel zu viel los. Ich kann einfach nicht. Bald werden sie rot, dann nehme ich sie ab, räume alles ab und mache das Grab winterfest. Vielleicht wird im neuen Jahr alles besser anders.

Die Tage erst ging ich mit meinem Mädchen an der Hand im Wald spazieren. Ich fand zwei wunderschöne, schneeweiße Schneckenhäuser mitten auf dem Waldboden vor meinen Füßen. Ein wirklich großes und ein ganz kleines. Mir war klar, das Große ist für meinen Jo und das Kleine für meine kleine Elisa. Jo wird seines heute bekommen. Und das für Elisa bringen wir auch mit. Die beiden gehören zusammen, so wie diese beiden Schneckenhäuser.

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Ich wünsche mir, dass es dort oben bei euch heute eine tolle Geburtstagsparty gibt. Wir wollten einen Ausflug machen, wie jedes Jahr. Aber der ist ins Wasser gefallen. Deswegen gehen wir mit den Kindern einfach zum Baden. Naß ist naß. Lieber wäre es mir, ich könnte mich in eines dieser Schneckenhäuser verkriechen. Das wäre eine treffendere Bezeichnung für mein Stimmungsbild heute.

Aber ihr wisst ja – hinfallen, aufstehen, Krönchen richten, weitergehen. Kann ich ja so gut. Mach ja nichts anderes.

Es grüßt herzlich

die Löwenmama

Hinfallen, aufstehen, Krönchen richten, weiter gehen

1. Juni 2014

Manchmal geht es ganz gut. Sogar lange Phasen ganz gut. Und dann kommen wieder diese Situationen, wo man so durch‘ s Leben durchstolpert und sich bei jedem Mal Tränen runterschlucken oder heimlich weinen denkt: „Hinfallen, aufstehen, Krönchen richten, weiter gehen.“

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*****

Johannes und Elisa haben nun endlich ihren wunderschönen Grabstein Gedenkstein auf’s Grab bekommen. Ich werde die nächsten Tage irgendwann Bilder davon zeigen und ein bißchen was dazu erzählen. Wie es zu diesem Stein kam, was wir alles selbst mit gestaltet haben und was uns was bedeutet.

Es grüßt euch herzlich

die Löwenmama

vET

9. Mai 2014

Heut wäre er gewesen, der voraussichtliche Entbindungstermin. Traurigkeit, die so weit weg ist. 

Klein Elisa, Mama denkt sehr fest an Dich. An euch beide. Ich vermisse euch furchtbar. 

 

*1000 Küsse zu euch nach oben schicke*

Meine Lieblingsfarbe ist bunt

4. April 2014

Ich habe zwei tote Kinder und es hat sich viel verändert.

Ich mußte neuen Mut für ein neues Leben schöpfen.

Ich bin nicht mehr die Gleiche und fühle mich wie ein Schmetterling in der Metamorphose.

Auf zu neuen Ufern.

Neue Maßstäbe setzen. Prioritäten ändern sich.

Neue Träume zu träumen ist schwer.

Sie zu leben und die alten loszulassen noch viel schwerer und es schmerzt.

Meine neue Lieblingsfarbe ist bunt.

Meine Lieblingsmusik ist lebendig und laut.

Ich tanze. Ich singe. Ich lebe.

Ich bin einfach.

Und wachse.

Und ich lerne.

Ich lebe. Anders. Immer mehr anders.

Finde mich immer mehr.

Lerne achtsam mit mir umzugehen.

Achte meine Grenzen und definiere sie klar wie nie.

Ich reife und werde ruhig und gelassen.

Aber es kommt nicht nur von selbst. Ich arbeite daran und es ist mühsam. Und gelingt nicht immer.

Ich bin dankbar dafür und nehme es an.

 

Es grüßt euch herzlich 

die Löwenmama

 

Worldwide Candlelighting – Ein Licht geht um die Welt 2013

8. Dezember 2013

Wie jeden zweiten Sonntag im Dezember beteiligen wir uns auch dieses Jahr am Worldwide Candlelighting – Ein Licht geht um die Welt.

Eltern, Großeltern, Onkels und Tanten, Freunde, Bekannte, … stellen heute Abend – egal wo auf der Welt – für alle zu früh gestorbenen Kinder eine Kerze ins Fenster. Einmal rund um den Erdball wechselt sich das Licht ab und brennt ununterbrochen für unsere Sternenkinder.

Wir sind sehr traurig. Wir hatten noch einmal allen Mut zusammen genommen und waren guter Hoffnung. Wir hatten alles auf eine Karte gesetzt. Leider hatte das Kleine auch Mb Krabbe und wir haben uns schweren Herzens dazu entschieden, die Schwangerschaft nicht fortzusetzen.

Unsere kleine Tochter Elisa wurde am 18.11.2013 in der 16. Schwangerschaftswoche still geboren.

Die Sehnsucht nach so einem kleinen Wunder war so groß. Unsere Hoffnung auch. Wir hatten schon angefangen zu träumen. Seit der Diagnose und der stillen Geburt fühle ich mich bodenlos. Irgendwo zwischen meinen Kindern hier unten und da oben. Auf der Suche nach neuen Wegen. Mal wieder an einer Lebenskreuzung.

Hier brennen heute zwei Kerzen. Eine für unseren Löwen Johannes und eine für unsere kleine Elisa.

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Viel mehr Worte habe ich zur Zeit nicht.

Eure Löwenmama

14.38 h – Heute vor zwei Jahren

24. September 2013

Heute um 14.38 Uhr war es genau zwei Jahre her, dass Johannes seine Flügelchen bekam und sich auf seinen Weg machte. Weg von allen Schmerzen, einem Körper der immer mehr kaputt gegangen ist und der das Leben zur Qual macht.

Heute um 14.38 Uhr war es genau zwei Jahre her, dass alles vorbei war. Das Stille einkehrte. Stille, wo drei Kinder hätten lachen und streiten sollen, wenn… ja wenn.

Johannes fehlt immer noch so sehr. Es ist wirklich unglaublich, was für eine Schneise an Gefühlen der kleine Löwe in unser Leben geschlagen hat.

Heute um 14.38 Uhr war ich sehr still. Gedanklich genau dort, was vor zwei Jahren passierte. Nachfühlend was in mir vorging, als seine Seele aus meinen Armen entflog. Es tut immer noch so unglaublich weh.

Heute Vormittag habe ich für ihn gebastelt. Es war mir wichtig, etwas mit meinen Händen und Gedanken nur für ihn zu machen. Heute Abend haben wir es ihm gebracht und bringt dort an seinem Ort ein wenig Vergangenheit aus der guten Zeit zurück.

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Es grüßt euch von Herzen

die Löwenmama

Johannes 3. Geburtstag

14. August 2013

Johannes wäre heute drei Jahre alt geworden. Vermutlich wäre er ein stolzes fast-Kindergartenkind. Vielleicht wäre er auch schon in die Kleinkindgruppe gegangen. Wenn man eine große Schwester hat, die jeden Tag in den Kindergarten gebracht wird, drängelt man vielleicht so lange, bis man auch endlich „darf“. Aber all das ist nur Grüblerei. Johannes ist nicht mehr da.

Der Tag heute war für mich sehr schwer und ich bin froh, dass er vorbei ist. Ich saß gestern abend noch lange bei Johannes am Grab und habe geweint. Eine fremde Frau setzte sich zu mir und tröstete mich. Das hat mich sehr berührt, denn das ist mir noch nie passiert. Es ging mir einfach so viel durch den Kopf. Drei Jahre zuvor war Johannes noch in meinem Bauch und ich so voller Vorfreude. Dem vollendeten Glück eine Geburt weit entfernt. Ohne zu wissen, was für eine Lawine da schon lange im Rollen ist.

Mein Leben hat sich sehr verändert. Es ist völlig anders, als es mal war. Nicht alles daran ist schlecht. Sicher nicht. Nein, es gibt sogar Dinge, die sind richtig, richtig gut. Ich lerne da ganz neue Seiten an mir kennen. Aber vielleicht wäre ich lieber in meinem alten Leben ohne erweiterten Horizont, mit allen drei Kindern – gesund – geblieben. Aber die Wahl hatte ich nicht.

Wir haben heute sicher das beste aus dem Tag gemacht. Letztes Jahr haben wir uns nicht zugetraut, ihn alleine gut zu überstehen und mit Verstärkung der Verwandtschaft und engen Freunden die Wanderung gemacht. Dieses Jahr wollten wir alleine sein. Sehen, ob wir das auch alleine hinbekommen. Heute morgen saß ich da, weinte, und hielt mich an meiner Tasse Kaffee und natürlich dem Löwenpapa fest. Ich konnte mir nicht gut vorstellen, den Tag halbwegs gut hinter mich zu bringen. Jetzt ist er vorbei und ich bin froh.

Wir haben heute einen Ausflug in eine Tropsteinhöhle gemacht. Die Frau, die die Führung durch die Höhle gemacht hat, zeigte uns einen Tropfstein, der aussieht wie eine mehrstöckige Geburtstagstorte. Die habe ich für Jo fotografiert.

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Ich habe gestern aber auch einen „richtigen“ Kuchen für ihn gebacken, den wir heute Nachmittag gegessen haben.

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Johannes hatte an sienem Grab aber auch Besuch und von seinen Geschenken habe ich ein paar Bilder gemacht.

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Das hier hat er von uns bekommen. Johannes hatte ein WinniePooh-Stehaufmännchen, das klinklonk macht. Das hat er sehr gerne angeschaut. Das mochte er richtig gerne. Auf seinem Grab hat er den Esel davon als Sternenfänger mit einem Netz. Sein Geschenk haben wir in Dänemark im Urlaub gefunden und es paßt perfekt dazu.

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Kleiner Stinker, ich weiß nicht, wie man im Himmel Geburtstag feiert. Aber ich hoffe, Du hattest ein sehr schönes fest. Ich war heute sehr traurig und mir fiel es nicht leicht, den Tag gut zu überstehen. Ich hoffe, Du siehst es mir nach. Mama liebt Dich!

Es grüßt euch

die Löwenmama

Lebenszeichen – und „Neid ist nicht gleich Mißgunst“

25. Juni 2013

Hi an euch alle da draußen,

ich habe hier sehr lange nichts mehr geschrieben. Sicher nicht, weil ich nichts zu sagen gehabt hätte, aber die Themen, mit denen ich mich in den letzten Monaten rumgeschlagen habe, in meinem Kopf und meinem Herz, waren nicht für die Öffentlichkeit eines Blogs bestimmt. Ich mußte mir über manche Sachen erstmal selbst klar werden, das war für mich ein schwieriger Prozess.

Und ich war etwas gehandicapt, da mein Netbook seit dem Umzug noch nicht internettauglich war und mit den anderen Medien im Haus ist posten langwierig und nervig und nicht mal eben zu bewerkstelligen. Aber hier bin ich mal wieder und möchte ein paar Gedanken hier lassen.

Seit dem Einzug haben wir uns gut eingelebt und so langsam kennen wir hier auch die Leute rundrum und vom Kindergarten. Meine guten und schlechten Zeiten wechseln sich noch immer ab, aber ich habe jetzt bessere Zeiten, die auch gern mal länger werden. Aber die schlechten Zeiten – auch wenn sie nie allzu lang dauern – sind wirklich schlecht. Ich kann aber besser steuern, wann ich das „rauslassen“ kann. Und wenn ich dann für mich meine Ruhe habe, fließt es auch. Teils sehr heftig, aber ich fühle mich besser danach. Ich fahre dann oft zu Jo oder schaue mir zu Hause seine Bilder und Videos an, wühle in seinen Sachen, rieche daran und bin trauriger denn je, dass sie seinen Duft verloren haben. Sie riechen jetzt einfach nach uns und nicht mehr nach ihm. Mir ging damit etwas verloren. Aber es war klar, dass es irgendwann so sein wird.

Ich habe gestern eine Wortsammlung gemacht, rund um das Sterben meines Kindes. Ich fand es einfach mal wieder wertvoll, sich alle Emotionen dazu anzusehen und sie auch ohne schlechtes Gewissen zuzulassen. Auch die, die von außen sicher unverständlich sein könnten. Wie kann ich „froh“ sein? Doch, ich war es. Es war gut, das es vorbei sein durfte.

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Interessant fand ich, dass alles immer noch so zutrifft von meinem Empfinden her. Vielleicht waren kurz nach seinem Tod manche Worte ganz dick und heute sind sie es nicht mehr und andere sind dafür dick, die ich damals etwas in den Hintergrund gestellt hätte. Aber grundsätzlich hat sich daran nichts geändert. Ich bin unserem Kinderarzt heute noch dafür sehr dankbar, dass er mir bereits im Vorfeld gestattet hat, auch erleichtert und froh sein zu dürfen. Ich hätte sonst größte Probleme damit gehabt, mir auch diese Gefühle, die so gar nicht in das Ganze passen wollen, zugestehen zu können. Ich glaube nur deswegen konnte ich es mir erlauben, einfach so auch diese Gefühle zu leben.

Ich fahre inzwischen nicht mehr täglich zu Johannes. Ich fahre, wenn ich mag und es brauche. Das kann an manchen Tagen mehr als einmal sein, dann ein paar Tage gar nicht und ich fahre nur, weil die Kerzen mal wieder brennen sollten. Ich fahre teilweise auch bewußt nicht, weil es mir nicht gut tun würde. Ich war dieses Jahr vor und nach dem Muttertag, aber nicht an diesem Tag selbst, da ich mich dieses Jahr einfach nicht damit quälen wollte. Für mich ist es, als würde man mich schlagen, am Muttertag am Grab meines kleinen Stinkers zu stehen.

Wir haben immer noch unsere kleinen, süßen Begleiter. Man glaubt es kaum. Erst die Tage war ich mit meiner Tochter auf einer Familienwanderung, die der Kindergarten veranstaltet hat. Ich sah beim Picknick in der Wiese einen Marienkäfer und zeigte ihn ihr noch und wollte ihn fotografieren. Seht, was ich dann entdeckt habe, als ich den Fotoapparat aus dem Rucksack kramen wollte?
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Er ist immer dabei!

Aber ich stehe oft im Konflikt. Im Kinderturnen, bei solchen Wanderungen, bei Festen rund um die Kinder, kürzlich auf dem großen Indoorspielplatz… eine meiner beiden Hände ist immer leer, wo ich eine zweite kleine Hand halten sollte. Das tut weh und wird mir dann jedes Mal wieder so sehr bewußt. Und da kamen auch diese Gefühle des Neides in mir auf. Vor allem, wo ich ständig Schwangere um mich rum habe und Frauen mit ganz kleinen, frischen Babies. So langsam hat sich herauskristallisiert, dass das am schwersten für mich ist. Es sind nicht die Kinder, die jetzt so alt sind wie Jo wäre. Ich muß tatsächlich immer überlegen, wie alt er jetzt gerade im Moment wäre, die Zeit verschwimmt. Und was er könnte und was er wohl machen würde. Diese Gedanken kommen komischerweise immer hoch, wenn ich ihn besuche. Wenn ich erzähle, was wir gemacht haben. Da überlege ich mir oft, wie er wohl wäre. Was er mögen und nicht mögen würde. Wie die Kleine und er wohl rumzanken würden.

Nein, es sind die ganzen Mamas mit den Tragetüchern, mit den kleinen Zwutschgis auf dem Arm oder die mit dem dicken Bauch. Die setzen mir ordentlich zu. Ich habe mir große Vorwürfe gemacht, weil ich Neid irgendwie mit Mißgunst gleichgesetzt habe. Macht man das allgemein so? Ich habe mich nun mit dem Thema Mißgunst auseinandergesetzt und für mich festgestellt, dass einem das auch suggeriert wird. Also auch andere Neid mit Mißgunst gleichsetzen. Ich bin neidisch auf die Kinderschar der anderen, also gönne ich sie ihr nicht? Nein, das ist natürlich Quatsch. Ich mußte somit nun lernen, dass man sehrwohl auf etwas neidisch sein kann und man dem anderen trotzdem sein volles Glück gönnt. Es ist kein boshafter Neid. Im Gegenteil, es ist wunderschön, dass es all diese Kinder um mich rum gibt. Aber es wäre noch schöner, würde meiner mit rumhüpfen. Es ist ein bitterer Neid.

Johannes hatte gestern Namenstag. Pünktlich dazu ist seine Rose aufgeblüht:

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Und was ich auch schon lange posten wollte – wir konnten am 18. April diesen Jahres endlich Johannes Geburtsbaum pflanzen – es wurde ein Gravensteiner Apfelbaum. Seine Plazenta liegt darunter…

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Es grüßt euch herzlich nach langer Zeit mal wieder

die Löwenmama