Posts Tagged ‘Erinnerung’

Weihnachtsgruß der Löwenfamilie

24. Dezember 2011

Hallo ihr lieben,

ich möchte euch sehr gerne einen lieben Weihnachtsgruß hier lassen und euch kurz erzählen, wie wir Weihnachten bis jetzt erlebt haben.

Heute ist es genau ein viertel Jahr her, dass der Löwe gestorben ist. 😦 Gegen mittag hatte ich einen ganz miesen Einbruch und es war alles „da“. 14.38 Uhr. Wie ich mit ihm auf dem Boden saß. Wie er ging. Es tat so weh, es war kaum erträglich.

Wir hatten ihm gestern einen Zweig aus unserem Christbaum geschnitten, den hab ich heute geschmückt und verpackt. Auch der Löwe sollte sein Geschenk haben. Am Nachmittag waren wir in der Kirche (ich war halt anwesend, ich glaube meine allgemeine Glaubenshaltung wurde die letzte Zeit präsent genug) und danach beim Löwen. Wir hatten gar nicht damit gerechnet, aber er hatte wohl Besuch, denn es stand ein Rosenstock auf dem Grab, eine weiße Grabkerze und eine rote Kerze in Herzform. Ganz lieb! Die Herz-Kerze haben wir mit nach Hause genommen, da der Wind sie sofort wieder ausgeblasen hätte. Sie brennt jetzt hier neben mir auf dem Tisch vor dem Bild des Löwen.

Wir standen da ziemlich bedröppelt bei Mistwetter und verhältnismäßig viel Betrieb am Friedhof und packten sein Geschenk aus, zündeten alle mitgebrachten Kerzen an (eine ganz arg schöne Kerze in Verbundenheit mit Sophia, einem Johannes sehr nahestehenden Sternenkind, das weiß ich einfach!!) und brannten die Wunderkerzen ab und dachten ganz intensiv an die beiden. Der Zweig hätte ihm mit der ganz bunten Kugel und dem goldenen Christkind bestimmt gefallen.

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Wer auch immer die Kerzen und die Rose gebracht hat – es hat uns sehr berührt, wie alle Geschenke auf des Löwen Grab. Herzlichen Dank dafür!

Wehmütig sahen wir zu der alten Winterlinde neben seinem Grab auf. Wir hatten ganz bewußt diese Stelle ausgesucht, so nah wie möglich an diesem alten, großen Baum. Leider mußten wir in der Zeitung lesen, das er gefällt werden wird. Er ist sehr krank und ja, die letzte Zeit lagen oft große Äste am Boden. Einige große abgebrochene hängen noch in der Baumkrone und es ist zu gefährlich, man kann auch nichts mehr für ihn tun.

Der kleine Stinker geht mir/uns so ab. Ich muß zur Zeit sehr viel daran denken, wie alt er jetzt wäre und was er wohl machen würde, wenn er gesund und hier wäre. Was er alles könnte. Ob er schon laufen würde, ob er schon erste Worte sagen könnte. Was er für Streiche spielen würde. Komme mit kleinen Kindern in seinem Alter nur schlecht zurecht.

Ich habe etwas sehr wertvolles aus der letzten Stunde bei meiner Psychologin mitgenommen. Nicht mehr „ja aber“ sagen. Ich könnte sagen: „die Kinder haben sich heut so gefreut und eigentlich war es ein schönes Weihnachten. Aber wenn der Löwe da gewesen wäre, …“. Deswegen sag ich jetzt ganz bewußt: „Ich bin heute sehr traurig, dass der Löwe nicht da ist, habe schon viel geweint deswegen!“ …Kunstpause… „Wir hatten ein tolles Essen und die Kinder haben sich so über die Geschenke gefreut. Ich mich über meines auch und der Löwenpapa sah auch ganz beglückt aus, eine schöne Familienzeit, die wir so verbringen konnten.“ Ist schon eine ganz andere Botschaft.

Hier hab ich noch ein versprochenes Suchbild für euch. Was ist besonders an diesem Bild? Es ist eine klitzekleine Kleinigkeit!

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Wer sucht aber nicht findet, hier eine kleine Hilfe. Ziemlich in der Mitte…

Es grüßt euch

die Löwenmama

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Weihnachtsgetöse

21. Dezember 2011

Hier ist es gerade etwas still. Ich finde es gerade richtig, richtig schlimm und kann dieses ganze Weihnachtsgetöse kaum ertragen. Ich versuche einfach jeden Tag rumzubringen und finde es elendig. Weihnachten ist für mich gerade so heile, heile Segen, Familie, Geschenke, Geschenke, Geschenke. Besinnlichkeit. Einen auf „alles ist gut und toll“ machen. Hier ist nichts gut und toll!!! Ich finde Weihnachten dieses Jahr einfach nur scheiße und hab null Bock drauf. Null Bock auf Geschenke ausdenken, basteln, einpacken. Nicht, weil ich meine Familie/Verwandtschaft nicht wertschätze, sondern weil es grad einfach nicht geht. Das ist wie naschen, obwohl man nix zum Fressen hat. Paßt nicht!

Natürlich habe ich Geschenke gekauft und gebastelt. Aber es hat mich dieses Jahr so viel Kraft gekostet. Nichts rechtes wollte mir einfallen, irgendwas kaufen wollte ich auch nicht. Irgendwas basteln wollte ich auch nicht, aber meinen Lieben was schenken wollte ich dennoch. Sie liegen mir ja sehr am Herzen. Es gibt dieses Jahr etwas kleines, ich hab schon noch was gefunden, was ich für alle gemacht habe. Aber es mußte etwas sein, womit ich mich identifizieren kann.

Auch vor den Feiertagen graut mir etwas. Natürlich ist es schön,wenn man sich mit der Familie trifft und ich sehe meine Familie sehr gerne. Aber ich kann grad so schwer mit dieser feierlichen Stimmung. Das ist einfach alles drumrum. Alles ist so schön geschmückt, alles ist in Vorfreude. Ich hab diese Stimmung zu 0,00 % dieses Jahr.

Wir haben die Tage einen Christbaum gekauft. Nur beim Gedanken daran liefen schon wieder die Tränen. Wie hätte der kleine Muck die ganzen Lichter am Heilig Abend angestaunt. Ich hätte ihm auch so gern ein Geschenk gekauft. Hätte auch gern seine leuchtenden Augen gesehen, wenn er versucht hätte es aufzureißen. Stattdessen wird er einen dämlichen Zweig unseres Christbaumes bekommen, den ich ihm wunderwunderhübsch schmücken werde. Frohe Weihnachten, kleiner Johannes. Das ich nicht lache. Wenn ich daran denke… das _zersetzt_ mich!

Gestern erst haben wir wieder mal erstaunt festgestellt, wie wenig Johannes aktiv machen konnte, wie wenig uns von ihm bleibt und wie viel von ihm überall ist. Überall im Haus ist Johannes. In unseren Gedanken ist überall Johannes. Die ganze Welt da draußen ist in Erinnerung voller Johannes. So viel Johannes. Er war so klein und nur so kurz da. Aber er ist wirklich überall!

Ich dachte immer, wenn man ein Kind über längere Zeit ins Leben begleitet, mit ihm etliches erleben konnte, ist es vielleicht noch schlimmer, wenn das überhaupt steigerungsfähig ist. Inzwischen glaube ich das aber nicht mehr. Ich glaube vielmehr, das fehlende Kind – oder der fehlende Mensch – ist wie ein Puzzleteil. Das Puzzle ist vielleicht größer, aber das Teil das fehlt ist immer gleich groß. Es ist nicht kleiner, weil das Kind kleiner war und nicht größer, weil man es länger hatte. Nein, es ist immer gleich groß. Man betrauert ja nicht alle Situationen auf einmal, die man vermisst, die man mit dem Kind erlebt hat. Vielleicht kannte man es auch besser und kann Eigenarten noch mehr vermissen. Aber ein Kind, das man nicht sprechen hören konnte, laufen sehen konnte, das keinen Quatsch sagte, betrauert man in ganz gleichem Maß. Man erinnert sich ja immer an etwas ganz konkretes zurück, das einen in die Erinnerung spült und es ist wirklich völlig egal was es ist. Unterm Strich ist dieser Schmerz immer gleich groß, weil kleiner nicht geht. Zumindest ist das meine neueste Erkenntnis. Wow!

Gestern hat es viel geschneit. Beim Löwen lag ein ganzer Haufen Schnee…

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Einen ganz lieben Gruß in Verbundenheit lasse ich all denen da, die dieses Weihnachtsgetöse grad ähnlich erleben wie ich. Es gibt noch mehr Mamas und Papas, die ein Kind betrauern oder ein schwerst krankes Kind zu Hause haben – oder erst vor kurzem gehen lassen mußten. In Gedanken nehme ich euch an die Hände und am Schluß ist es ein großer Kreis des Zusammenhalts! Vielleicht ist es etwas, woran man sich gedanklich festhalten kann, dass vielleicht gar nicht für alle, die da draußen einen auf „Weihnachtsgedöns“ machen, Weihnachten so toll und sie beugen sich nur dem Protokoll des Einzelhandels. Ihr seid nicht allein. Ich wohl auch nicht… *mir selber gut zured und mir das bewußt mach*

Es grüßt mit einem frohen Weihnachtsgruß

die Löwenmama