Grell, bunt, laut – und so stumpf.

Ja, so stellte ich mir unseren Aufenthalt in London vor. Grell, bunt und laut. Und so war es dort irgendwie auch. Aber ich empfand es als so stumpf. Ich brauchte eine Weile, bis ich das Gefühl als solches überhaupt ausmachen konnte, bis ich für mein sich blöd anfühlendes Empfinden Worte fand. Wir stellten fest, es ist für uns beide so. Und ich brauchte ein bißchen Zeit, um die richtigen Worte dafür zu finden und ich weiß nicht mal, ob ich beschreiben kann, wie es sich anfühlte.

Es fehlte – dieser Enthusiasmus. Man hat die Kinder gut versorgt zu Hause gelassen und weiß, wir haben Zeit für uns. Zeit für die Partnerschaft. Eine riesengroße und richtig geile Stadt lockt und wir können alles tun, was uns in den Sinn kommt. Alles ausprobieren, es so richtig rocken lassen.

Und dann ist man dort. Mit dem Kopf vielleicht noch nicht ganz angekommen, aber spätestens beim ersten Knaller kommt dieses Gefühl, dieses „ach wie geil, schau doch, Wahnsinn„… und das fehlte. „Ach ja, das ist nett. Wow, stark“. Sehr verhalten. Nicht dieses „cool, was schauen wir uns als nächstes an“ nach der Karte kramend und schon halb in der U-Bahn stehend. Eher dieses „da fehlt der Knaller, haben wir schon alles gesehen?“-Gefühl und „ok, was könnten wir als nächstes machen…“. Und dann fährt man halt und erlebt es ganz ähnlich.

Es fühlte sich alles dumpf an und mir wurde am dritten Tag klar, warum. Im Alltag funktionieren wir wunderbar. Alles ist festgelegt von außen durch Dienstpläne, Stundenpläne, Busfahrpläne, Trainingspläne, Spielpläne, … man hat seine täglichen „do`s“ und macht einfach sein Ding. Und plötzlich steht man da in blinke-blinke London, hat alle Zeit der Welt, wird regelrecht erschlagen von allen möglichen Eindrücken und soll es richtig rocken lassen. Und man wartet und wundert sich, fragt sich was mit einem los ist und dieser Funke springt verdammt nochmal einfach nicht so richtig über.

Da ist sie dann, diese Trauer, die im Alltag nicht so richtig Zeit hat rauszukommen. Wo man denkt, man ist so weit und man ist es nicht. Man ist nur weit weg davon. Aber nicht weit gekommen. Versteht ihr, was ich meine?

Diese paar Tage Auszeit haben mich überrumpelt. Haben mich vor die Herausforderung gestellt, nicht nur zu funktionieren, sondern aktiv zu sein. Einfach „ich“ zu sein. Und ich konnte es nicht gut. Es gelang mir irgendwie nicht.

Ich schrieb einmal, das die Welt seit des Löwen Tod nicht mehr so bunt ist, wie sie einmal war. Und das meine ich wirklich so, wie ich es schreibe. Wortwörtlich. Ich kann es gar nicht anders beschreiben. Sie ist blasser. Einfach nicht mehr so bunt. Und das war in London, in diesem lauten, grellen, bunten, blinkenden London so deutlich spürbar.

Da ist es wieder dieses Thema mit der Freude. Mit dem fühlbaren Glück. Sich nicht mehr so sprühend über etwas freuen können. Vielleicht fühlt sich dann einfach auch so ein London-Trip so an. Das man einfach lernen muß, dass es anders ist. Es war ja nicht schlecht in London. Es waren schöne Tage, sehr wertvolle Zeit mit meinem Mann. Besondere Augenblicke und Eindrücke die einen bereichern. Aber der Fokus ist ein anderer. Unsere Erwartungen waren es, die sich anders anfühlten. Vielleicht müssen wir das neu lernen.

London mit meinen Augen:

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Mit anderen Augen habe ich eine Holocaust-Ausstellung gesehen. Ich fand mich zum ersten Mal in der Opferhaltung wieder. Man betrachtet so eine Ausstellung mit Widerwillen, mit Abscheu, ist erschrocken, vielleicht treten einem auch Tränen in die Augen. Man ist angeekelt und angewidert und kann gar nicht verstehen, was da damals mit den Leuten passiert ist. Zumindest ich empfinde solche Ausstellungen und beobachte ähnliche Reaktionen bei Umstehenden.

Ich fand mich vor einem Glaskasten wieder. Da lief ein Propaganda-Video. Menschenmenge, Nahaufnahmen und jeder vierte Mensch war ein Behinderter. Im Hintergrund eine Stimme: „Wenn wir jetzt nicht eingreifen, wird das unsere Zukunft sein. In 50 Jahren ist jeder vierte ein Behinderter, Seite an Seite mit unseren Kindern. Wollen wir das? Davor müssen wir uns schützen.“ (nicht exakter Wortlaut, aber sinngemäß und so ähnlich wie ich es halt noch im Kopf habe)

Im Glaskasten lagen Bücher wie „Gattenwahl“ und „Rassenlehre“ aus und ein Buch war aufgeschlagen. Gezeigt wurde anhand von Bildern, wie man Sterilisationen medizinisch durchführt. Zwangssterilisationen. Und mir wurde schlagartig klar, ich wäre damals ein Opfer gewesen. Man hätte mich zwangssterlilisiert. Und den Löwenpapa auch. ZWANGSSTERILISIERT! Wegen unseres Genschrotts. Den Morbus Krabbe kannte man damals ja schon…

Ich tat mir schwer damit. Diese Gedanken daran, wie die das mit mir, mit uns gemacht hätten. Man kann diese Gedanken nicht einfach beiseite schieben. Mir stiegen die Tränen in die Augen, meine Wangen waren heiß. Was hätten sie mit meinem kleinen Löwen gemacht? Wieder die Stimme: „Wir pflegen sie liebevoll, aber wir wollen sie nicht und werden mit aller Macht verhindern, dass sie geboren werden.“ (sinnentsprechend, kann den Wortlaut nicht genau widergeben)

Mein kleiner Löwe, den wir geliebt haben bis zum letzten Moment und immer noch so sehr lieben. Den wir randvoll angefüllt haben mit Liebe und Streicheleinheiten. Nicht weiterdenken will ich. Gedanken bremsen, stoppen. Geht nicht gut. Raus hier. Zu viel.

Viele Gedanken habe ich mitgebracht von dieser London-Reise. Es lebt sich gerade nicht locker leicht. Ich bin nachdenklich, hinterfrage mein bisheriges Leben, fühle als hätte ich so viel falsch gemacht. Nie was richtig gemacht. Nie was fertig gemacht. Als wäre alles so viel schief gelaufen. Ist es natürlich nicht, aber rückblickend frage ich mich, warum das so ein gefühltes Durcheinander ist. Auch wenn es schon ok ist, so wie es ist. Aber ich hätte es mir anders vorgestellt.

Mit 22 Jahren ungeplant schwanger geworden (Wunschkind zum falschen Zeitpunkt 😉 ). Kein Beinbruch, Ausbildung beendet, ein Jahr gearbeitet und eigentlich begann es gerade richtig Spaß zu machen. Geheiratet. Aber im Leben ist wie es ist und zuweilen geht man plötzlich ganz andere Wege.

Ich freute mich und genoss es Mutter zu sein. Drei Jahre war ich zu Hause, die Ehe ging in der Zeit in die Brüche und ich war alleinerziehend. Dann eine neue Liebe und 2008 wurde unser Mädchen geboren. Perfekt! Sie war unser Hochzeitsnachtsbaby. Im Auto auf dem Weg ins Geburtshaus geboren. Merkt ihr? Immer Grenzgänger.

Alles sollte so sein und wir waren so glücklich. Wieder hatte ich aufgehört zu arbeiten, Elternzeit. Die Zeit mit den Kindern mitnehmen, genießen. In sich aufsagen, dieses ganze Glück! Ich hatte beruflich ein bißchen was erreicht und weil ich es dieses Mal richtig machen wollte und wir noch ein Kind wollten (ich bin eine Vielkindmama, ich liebe Kinder und wollte ganz viel Kinderlachen um den Tisch) und wir einen kurzen Altersabstand toll fanden, haben wir es wieder gewagt.

Ich wußte, es wird streßig. Ich wußte, das wird knackig, bis das jüngste Kind vielleicht ein Jahr ist. Dann wird es leichter. Alle Strapazen auf mich genommen. Es war so ein scheiß heißer Sommer und ich trug Kompressionsstrümpfe. Nicht selten schwitzte ich so sehr, dass ich sie nach der Toilette nicht mehr hoch bekam. Trug meine Kleine viel und stillte. Und sagte mir immer, „wenn das Baby da ist und Du es im Arm hälst, weißt Du für was Du das getan hast“.

Für was? Frage ich mich heute. Das ich Kerzen auf den Friedhof trage? Spießrutenläufe im Supermarkt hinter mich bringe, weil die süßen kleinen Zwerge vorne im Einkaufswagen sitzend mich so süß angrinsend? Weil ich meinen Johannes dann da sitzen sehe, so wie ich gedanklich irgendwann irgendwo hängen geblieben bin, wie er jetzt wohl sein würde?

Aber weiter in meiner Gedankenschleife. Alles richtig machen wollte ich ja. Logisch planen. Erst noch ein Kind bekommen und dann wieder arbeiten gehen. Und wieder machte mir das Leben einen Strich durch die Rechnung. Mein Baby ist tot. Jetzt habe ich wieder angefangen zu arbeiten. Arbeite mich wieder neu ein. Es macht Spaß. Sehr viel Spaß sogar. Ich bin richtig gefordert. Die Einarbeitung ist anstrengend. So viel vergessen, so viel neu und anders. Aber fange ich jetzt wieder an zu arbeiten und schmeiß dann alles erneut hin, weil wir uns vielleicht doch nochmal für ein Kind entscheiden? Welche Möglichkeiten hätten wir überhaupt? Die genetische Beratung steht noch aus. Oder lassen wir es einfach? Will ich überhaupt? Trau ich mich? Ich hab Angst! Wo bleibe eigentlich ich?

Oder arbeite ich, mach im Job mein Ding, gebe meiner Angst nach und bereue es irgendwann? Das ich zu feige war und Glück verschenkt habe? Das ich nicht das gemacht habe, was mir wirklich wichtig war im Leben?

Was ist heute? Was ist morgen? Mein Urvertrauen ist ein einziger Schrotthaufen geworden. Früher dachte ich mir, „das krieg ich schon irgendwie hin, das fügt sich schon irgendwie, …“. Heute hadere ich mich, kann nichtmal bei den simpelsten Sachen darauf vertrauen, dass das schon rutschen wird. Stelle alles in Frage, traue mir viel weniger zu und das bremst so sehr. Das ist so anstrengend.

Ich traue mich nicht mehr zu träumen, weil das Ende offen ist. Das war es vorher auch, aber weil man darauf vertraute, dass es schon irgendwie klappen wird, konnte man sich diese Bilder bunt und fröhlich ausmalen, die Träume leben. Und das machte so viel Spaß auch wenn viele Träume Träume blieben.

Jetzt plane ich zwar, gehe aber sehr verhalten an Pläne ran. Es könnte ja jede Sekunde schief gehen. Ich arbeite sie ab, aber leben tu ich Träume erst, wenn sie keine mehr sind. Wenn der Plan aufging und das Geplante umgesetzt werden konnte, wird es gelebt. Aber die bunten Stifte zum Ausmalen der Träume sind verschwunden. So macht träumen keinen richtigen Spaß. Lernt man das wieder? Oder bin ich jetzt einfach verkorkst?

Oder doch ver-rückt auf Lebenszeit.

Eine Falte hab ich bekommen. Eine Falte des Lebens. Auf der Stirn zwischen den Augenbrauen. Eine Sorgenfalte hat sich tief eingegraben. Meine Johannes-Falte nenn ich sie inzwischen. Ich mag sie. Sie zeigt, ich lebe.

Es grüßt mal wieder aus einem wirren Gedankenchaos

die Löwenmama

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12 Antworten to “Grell, bunt, laut – und so stumpf.”

  1. Muschelsucher Says:

    Ich erlebe das auch, daß ich manchmal alles, was sonst einfach nur „geil, grell. bunt der absolute Lifestyle eben“ erscheint mir oberflächlich.

    Auch ich sehe solche Ausstellungen anders, mit dem Wissen, mein Kind würde nicht lebenswert sein, meldepflichtig sein. Da es bei uns nichts offensichtlich genetisches ist, würde man es wohl nur bei dem Kind belassen… aber wer weiß das schon bei solchem Wahn und was würde das noch für einen Unterschied machen.

    Liebe Grüße

  2. tigerundbaer Says:

    Du bist nicht verkorkst, nein. Ich glaube, die Freude kommmt wieder, langsam, immer ein bisschen mehr. Es ist noch nicht lange her.
    Hab auch immer gedacht, dass alles irgendwie gut wird. Unbeschwert, aber nicht leichtsinnig. Das ist weg. Mein Bauchgefühl ist nicht mehr zuverlässig, oder ich kann es nicht hören, aus Angst.
    Mir fällt es auch schwer, mich auf etwas zu freuen. Aber manchmal, unerwartet, blitzt ein bisschen Freude durch. Sie wird zurückkommen. Wir werden wieder leben, aktiv sein, nicht nur funktionieren. Bloß müssen wir uns neu finden, sortieren, einordnen. Noch ist die Übergangszeit. Wir sind traurig und wissen aber, dass wir es nicht immer sein werden (ich zumindest will auch nicht immer nur traurig sein, wir sind jung!). Sie wird dazugehören, die Traurigkeit, aber sie wird nicht mehr alles sein.
    Die Lücke bleibt und muss bleiben. Die Angst bleibt sicher auch. Wir waren mutig. Ich weiß nicht, ob alles gut geht. Bei Madita dachte ich es zu wissen. Jetzt? Keine Ahnung.
    Ich will nicht in Angst und Trauer versinken. Will an Madita denken, mich freuen, dass sie da war und ist. Aber ich möchte auch selbst wieder klarkommen und dazu gehört, dass Madita nicht mein (mehr oder weniger) einziger Lebensinhalt ist. Klingt gemein. Aber so ist es doch. Neben einem Kind braucht man auch immer sein eigenes Leben. Auch wenn das Kind tot ist.

    Um Deine Frage vom Anfang aufzugreifen … wofür Du all‘ das getan hast … vielleicht, um einen so wundervollen kleinen Menschen kennenzulernen, von ihm geliebt zu werden und ihn zu lieben. Und diese Liebe zeigst Du ihm jetzt durch Kerzen auf seinem Grab. Du kannst Dich freuen, ihn gekannt zu haben und zu kennen. Ihn zu lieben. Er hat etwas in Dir verändert, nicht nur Dein Herz gebrochen. Lass Dir Zeit. Dann wirst Du bestimmt irgendwann erkennen, was er Dir noch alles geschenkt hat.

    Ich umarme Dich.

    • loewenbaby Says:

      Liebe Mareike,

      ich habe Deinen Kommentar oft gelesen. Ganz starke Worte von Dir. Gerade von Dir, wo ihr eure kleine Zuckerschnute auch nicht mehr im Arm habt. Ich danke Dir dafür!

      Viele liebe Grüße

      Deine Doris

      • tigerundbaer Says:

        🙂

      • tigerundbaer Says:

        Liebe Doris,
        noch etwas möchte ich schreiben. Seit Donnerstag läuft ein Film im Kino mit dem Titel „Das Leben gehört uns“. Ich werde ihn heute Abend ansehen. Schon beim Trailer wurde mir heiß und kalt. Aber ich will ihn sehen. Vielleicht auch wegen der Antwort der Mutter auf die Frage, warum all‘ das gerade uns passiert: „Vielleicht weil wir das aushalten können …“.
        Der Junge in dem Film überlebt seinen Hirntumor. Dadurch ist es anders als bei uns. Trotzdem. Denn das Leben gehört uns und nicht allein der Traurigkeit und Dunkelheit.
        Ich bin gespannt und freue mich schon. Und wenn ich dabei weinen muss und kann bin ich auch froh. Das geht im Moment nämlich mal wieder irgendwie nicht.
        Liebe Grüße.
        Mareike

  3. Anja Says:

    Muschelsucher sagt, dass dieses „grell, bunt, rocken lassen“ oberflächlich erscheint. Ich würde sagen, es IST oberflächlich (im wahrsten Sinn des Wortes) und deshalb kommt in mir die Frage hoch, ob es tatsächlich so ist, dass du Lebensfreude verloren hast, die es zu vermissen gilt oder ob du „einfach“ klarer geworden bist, Dinge anders bewertest als früher. Das muss ja nicht heissen, dass man nie wieder „rockt“, aber vielleicht für immer mit einem anderen Gefühl, nämlich dem Gefühl, dass man sehr genau weiss, dass diese Dinge nicht weltbewegend, sondern sehr vergänglich und austauschbar sind, während andere Werte wirklich wichtig sind.
    Aber was man so oder so lernen muss, ist, all´ diesen Erfahrungen einen Platz in sich zu geben, damit man auch an oberflächlichen Dingen seine Freude haben kann, ohne ihnen eine tiefe Bedeutung beizumessen.
    LG, Anja

    • loewenbaby Says:

      Hi Anja,

      ich gebe Dir eingeschränkt recht. Aber es ist ganz angenehm, einfach mal sein zu dürfen. Auch mal diese oberflächliche, flirrige Freude zu fühlen, die einen einfach so mitreißt. Die so spontan ist. Die einfach -da- ist. Die so prickelig ist wie ein Glas frisch eingeschenkte Limo oder Fanta.

      Das vermisse ich und das ist weg. Und das ist für mich ein Stück verlorene Lebensfreude. Es fühlt sich jetzt zäh an. Ein bißchen wie zäher Kaugummi. Es ist schön, aber ich vermisse da was und das scheint mir die Leichtigkeit zu sein.

      Danke Dir für Deine Erklärung wie es für Dich ist.

      die Löwenmama

  4. Steffi Says:

    Geschenkt hat er dir den „anderen“ Blick auf die Dinge. Nichts, aber auch wirklich nichts als selbstverständlich hinzunehmen.

    Sina lebt, aber Zukunftspläne schmiede ich auch keine mehr. Wir müssen heute, hier und jetzt leben, was kommt … wir wissen es nicht. Und ja, dass mit den Träumen kenne ich auch. Es war alles rosarot, Baby im Bauch vom nun richtigen Mann, ach wird das alles schön! Und plötzlich Schockdiagnose. Wie soll ich „Leben“ mit dem Tod vor der Tür, der nicht ein winziges Stück weichen wird??? Lebt das Kind überhaupt? Ein paar Wochen, Monate? Wird es ein Jahr? … Jetzt ist es 8. Wird es 10, 14, 18 …?

    Ach, euch hat das Schlimmste getroffen und ich weiß nicht wie es ist. Kann es nicht einmal erahnen. Nur wie Todesangst um das Kind ist weiß ich.

    „Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewißheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht.“
    Vaclav Havel

    Nachdenklich und traurig
    Steffi

  5. "ella" Says:

    Liebe Löwenmama, Dein Beitrag hat mich ganz tief drinnen berührt.
    Ich möchte Dir liebe Grüße da lassen und den Wunsch für euch, dass die Welt mit der Zeit, nach und nach, wieder an Farbe gewinnt.

    Alles hat seine Zeit. Auch die Farben der Welt.

    Du bist so reflektiert, da steht so viel Innenschau in Deinen Zeilen. Vielleicht braucht Deine Wahrnehmung grad alle Kraft für Dich selbst. Weil Du an erster Stelle stehst. Vielleicht muss die Wahrnehmung grad die bunten grellen Farben ausblenden, um nicht von dem abzulenken, was grad Priorität hat? Oder um nicht noch mehr Lebenseindrücke drauf zu laden auf Deine Schultern?

    Die Farben der Welt sind nicht weg, nur ist Deine Antenne jetzt nicht eingestellt auf diese Schwingungen und empfängt sie nicht.

    Ja, ich wünsche Dir, dass Deine Welt wieder an Farbe gewinnt, wenn die Zeit dafür da ist. Und dass sie Dir Farben schenkt, die Du Dir nie vorher vorstellen hättest können. Im positiven Sinn.

    Ich denke an euch und euren Löwenjungen!

  6. Nicole Says:

    Liebe Löwenmama,
    ich möchte Dir auch gerne sagen, dass die Welt Farben hat.
    Jede Farbe hat seine Zeit.
    Aber Ellas Kommentar trifft es ganz genau.
    Dieser Kommentar von ihr ist so schön, dies berührt mich sehr…..
    Ich möchte Dir gerne heute dalassen ->

    >Der Buddhismus sagt, das nichts von Dauer ist, jeder Moment geht in einen neuen über. Das Leiden, das wir spüren, die Unbefriedigtheit, die Unzufriedenheit kommt nicht aus der Tatsache, dass man nichts festhalten kann, um es „ewig“ an sich zu binden, sondern vielmehr aus der Tatsache, dass wir dies ständig versuchen. Dass nichts so bleibt, wie es ist, muss so sein, sonst gäbe es kein Leben, keine Evolution, keine Blüte, die zur Frucht wird. Wenn wir akzeptieren, dass der Wandel dem Leben gleichgestellt ist, dass wir loslassen müssen, um etwas Neues zu bekommen, dann werden wir mit Ruhe und weniger Leiden durch unser Dasein gehen.<

    Natürlich ist der Wandel des Lebens kein Trost, wenn man tiefes Leid erfahren musste.
    Und Neues gibt Dir Dein Baby nicht zurück…….
    Aber es hilft es nicht zum Weiterleben zu wissen, dass aus jedem Wandel auch Neues entsteht ?
    Alles Liebe
    Nicole

    • loewenbaby Says:

      Danke Dir, nicole, das Du mir immer wieder mit dem Buddhismus „weiterhilfst“. Ich muß das noch üben, diese Botschaften so richtig zu verstehen. Ich bleib immer irgendwo hängen, wenn ich versuche zu übertragen. Das finde ich richtig, richtig schwer.

      Wir lesen uns…

      Ich drück Dich!

      die Löwenmama

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