Glaubenskrieg

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Wenn ich an den dunklen Raum denke, die Tür steht nun sperrangelweit offen, hab ich gerade das Bedürfnis, mich für den Moment zu verkriechen. Die Tränen sitzen lockerer und ich fühl mich wie erschlagen von der Welt da draußen. Dabei fühl ich mich so leer, bin traurig, krieg irgendwie eh nix auf die Reihe.

Es ist so eine Tristesse. So eine Ohnmacht. Es ist einfach nur so höllisch gemein.

Mir fehlt der kleine Stinker so, so sehr.

Mein ganzer Glaube ist so ins Wanken gekommen. Einiges konnte ich sortieren, manches einfach noch gar nicht. An Gott glaube ich nicht mehr. Ich bin mir sehr sicher, dass es ihn nicht gibt. Es gibt noch einen Funken Unsicherheit, deswegen möchte ich mich demnächst ganz offiziell bei ihm entschuldigen. Aber er hätte ja die Möglichkeit, mir etwas anderes mit auf den Weg zu geben, tut es aber nicht. Deswegen werde ich ihm einfach den Rücken zukehren. Es ist keine Bockigkeit, sondern einfach Konsequenz. Warum an etwas glauben, das einem nichts gibt? Nein, es gibt mir nichts (mehr).

Aber der Mensch glaubt ja gern an was. Das fehlt mir jetzt etwas. Meine ganzen „das Leben danach“-Theorien kommen durcheinander, ich weiß nicht mehr, was ich glauben soll, was mir gefällt, was mir jetzt eher nicht gefällt, was für mich stimmig ist. Ich bin schon sehr lange neugierig auf den Buddhismus, habe mich aber nie ausreichend damit auseinandergesetzt. Das ist jetzt etwas Thema für mich, schauen, was macht den Buddhismus aus. Es ist ein ganz anderes Denken, Leben. Ganz andere Ansichten. Ich befürchte aber, ich könnte nicht mal ein guter Buddhist sein. Kein guter Buddhist, kein Christ. Das muß noch in mir reifen…

Danke euch fürs Reinlesen. Danke auch für eure vielen lieben Kommentare. Ich lese alles, habe aber einfach nicht die Möglichkeit (ich bin überall und nirgendwo) zu antworten.

 

Viele Grüße

die Löwenmama

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7 Antworten to “Glaubenskrieg”

  1. Barblin Says:

    Das macht doch nichts, du musst doch nicht antworten. Es ist schön dass du uns teilhaben lässt und wenn unsere Worte dir gut tun, ist das doch schon viel wert! Ich wünsche dir dass du einen Weg des Glaubens findet, egal wie er aussehen möge.

  2. Gerda Hirsch Says:

    Liebe Löwenmama,

    ja auch ich habe mich viel mit Gott beschäftigt, ich dachte immer wenn Er so viele Kinder sterben lässt, dann will ich mit Ihm nichts zutun haben.
    Ich dachte viel an die unzähligen Juden und den damit verbundenen Grausamkeiten, an die vielen Kinder die verhungern, krank sind…………
    Irgendwann kam mir ein Gedankenblitzchen und eine Erklärung die für mich stimmig ist und zwar folgende:
    ich glaube der Tod ist nicht grausam und düster…..
    ich denke er ist was ganz schönes, leichtes und helles, was man nicht mit Worten erkären kann.
    und ich dachte ,,klar er hat sie einfach zu sich geholt,
    und dort ist es gar nicht schlimm wie wir immer befürchten“
    Ja und wenn wir alle wüssten das der Tod nicht schrecklich ist, wer wollte dann schon auf dieser verrückten Erde sein?
    Also hat die Unwissenheit über den Tod einen Sinn, sonst würden wir uns vielleicht alle freiwillig auf den Weg machen.
    Grüße Dich ganz herzlich,
    Gerda

  3. Sprosse Says:

    Vielleicht brauchst Du ja auch gar nicht das „Label“ einer bestimmten Religion, sondern kannst Dir aus verschiedenen Ansätzen Deine eigene Philosophie zurechtbasteln?
    Liebe Grüße, ich denke viel an euch, komm aber nicht immer zum Schreiben momentan.

  4. Maren Says:

    Du wirst Deinen Weg aus dem dunklen Zimmer finden. Und wenn es jetzt Dein Wunsch ist, Dich einzuigeln, dann mache das.

    Gibt es einen Gott? Hm, gute Frage. Gibt es ein Leben danach? Mach das alles Sinn? Hm, ich weiß nicht. Beim ganzen Elend auf der Welt kommt man schnell ins Zweifeln. Ich glaube an Liebe, Hoffnung, Glück, Freundschaft und Familie, an grundlegende Werte.

    Und außerdem, wo steht eigentlich, was und woran man glauben muss, dass man überhaupt glauben muss? Du wirst Deinen Weg finden. Da bin ich mir sicher.

    Herzliche Grüße,
    Maren

  5. Mietze Says:

    habe gerade deine überlegungen über den buddhismus gelesen und möchte dir dieses buch hier empfehlen: http://www.amazon.de/Die-Grundgedanken-Buddhismus-Verena-Reichle/dp/3596121469/ref=sr_1_3?ie=UTF8&qid=1319650736&sr=8-3

    das war das erste buch, das ich selbst über den buddhismus gelesen habe und es gibt einen sehr einfach gehaltenen überblick über die grundidee des buddhismus, es gibt eine gute idee darüber, ob man sich damit identifizieren könnte und es zeigt vor allem auf, was der buddhismus ist – nämlich keine starre religion, die regeln vorgibt, sondern eine lebensphilosophie, die man sich in denjenigen punkten zu eigen machen kann, wie sie in die eigene lebenssituation reinpasst.

    vielleicht magst du ja mal reinlesen. 🙂

    ansonsten schicke ich dir liebe grüße!

  6. aliena Says:

    Liebe Löwenmama,
    ich finde, du kriegst ganz schön viel auf die Reihe: Du lebst weiter, du kümmerst dich um deine 2 großen Kinder, du arbeitest sogar im Haus an einer „Erneuerung“ (Möbel, Aufräumen..). Du formulierst, was dir durch den Kopf und das Herz geht, und teilst es mit anderen. (Danke dafür). Und nochmal: du lebst weiter, du gibst nicht auf. Allergrößten Respekt dafür.
    Und für deinen Schmerz, den dir leider niemand von uns auch nur ansatzweise nehmen oder lindern kann: meine besten Wünsche. Meine tiefsten Gedanken.
    aliena

  7. lizzie Says:

    Liebe Löwenmama

    Ich finde es so schön, dass du deine Gefühle und Gedanken hier teilen kannst. Du wirst von vielen Menschen gelesen und viele fühlen mit dir mit.

    Weisst du, eigentlich finde ich es sehr gut, richtig und wichtig, dass du gegen Gott wütest. Er hat dir einer deiner Liebsten genommen, jetzt hast du jedes Recht, wütend auf ihn zu sein, ihn anzuzweifeln und ihn zu verneinen. Vielleicht hast du auch Lust, ihn mal so richtig anzuschreien und ihn zu verprügeln. (Dafür könntest du ja ein Kissen nehmen, dass tut weniger weh.)

    Lass deine Wut auf Gott raus. Jedes noch so kleine Bisschen davon. Wende dich ab, wenn dir das gut tut.

    Wenn es für dich stimmt, dann werde Buddhistin. Und wenn das auch nicht stimmt, dann musst du das auch nicht.

    Ich glaube, dass wir oft Glaube und Religion verwechseln. Du kannst zwar ein schlechter Christ sein – aber du kannst unmöglich ein schlechter Gläubiger sein. Dein Glaube ist so individuell wie du. Kein Mensch glaubt genauso wie du. Wenn du dir einen total individuellen Löwenmamaglaube zusammenbastelst, ist der genauso viel wert, wie der Glaube vom jedem Andern. Also, wenn dein Glaube beinhaltet, dass es Marienkäferchen-Nachrichten von einem kleinen Löwen gibt, der dich über alles liebt, dann ist das so viel wert, wie ein allabentliches Ave Maria. Glauben kann man nicht werten und nicht vergleichen.

    Du hast so viel verloren, du hast jedes Recht darauf, Gott anzuzweifeln.

    Ich glaube daran, dass es Gott gibt. Und ich glaube daran, dass Gott versteht, warum du ihn ablehnst und nichts mehr mit ihm zu tun haben willst. Ich glaube auch daran, dass Gott mit dir zusammen traurig um den kleinen Löwen ist.

    Ich glaube auch an Schutzengel und daran, dass wir alle in jedem Moment unseres Lebens getragen werden. Und ich bin überzeugt davon, dass der kleine Löwe jetzt immer bei dir ist und über dich und deine Familie wacht, dass er dich anlächelt und dich sehr sehr lieb hat.

    Alles Liebe
    Lizzie

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