Kreislauf der Freundschaften

Ich habe was verstanden.

Wenn sowas wie hier bei uns passiert, ist alles im Umbruch. Manche Freunde sind plötzlich weg, nicht mehr da – warum auch immer. Ich verurteile es nicht, will es jetzt nicht bewerten. Ich betrachte es ganz nüchtern.

Andere Menschen, die man vorher nur flüchtig oder gar nicht kannte, stehen einem plötzlich sehr nah. In manchen Fällen entwickelt sich sowas wie eine Freundschaft.

Man fragt sich, wie man mit den „alten“ Freunden umgeht, die plötzlich nicht mehr präsent waren – man ist ja genauso ambivalent wie die auch. Aber nun ist es mir klar geworden.

Diese Freundschaften _können gar nicht_ einfach so fortgeführt werden, als wäre es nie passiert. Man kann – auch wenn der Löwe nicht mehr da wäre – nicht mehr anknüpfen.

Und ich habe nun auch verstanden, warum. Man durchlebt eine sehr krasse Entwicklung, die einen verändert. Die macht, dass man nicht mehr der oder die „alte“ ist. Alle, die den Weg mit uns gehen, erleben unsere Veränderung oder lernen uns gerade so kennen.

Alle anderen, die Teil unseres alten Lebens waren aber jetzt nicht da sind, verpassen diese Entwicklung und wir werden uns einfach fremd werden.

Ich lerne gerade sehr viel dazu. Auch, dass man manche Sachen so nehmen muß, wie sie eben sind.

Wir waren heute mit unserem Mädchen morgens auf dem Spielplatz. Es dauerte nicht lange, da kam eine Mama nach der nächsten und jede hatte mindestens ein Kind im Schlepptau. Es dauerte nicht lange und mir und dem Löwenpapa wurde es zuviel. Zu sehr erinnerte es uns daran, dass wir auch mit zwei kleinen Kindern hier sein könnten, wenn… ja wenn.

Wir sind aber direkt zum nächsten Supermarkt und haben Karotten und Kartoffeln gekauft und sind in den nächsten Streichelzoo, hier in der Nähe ist ein wunderschöner. Das war klug. Unser Mädchen hatte riesen Spaß dort und wir kamen doch noch etwas auf andere Gedanken. Aber nur etwas. Ganz kann man es nie in den Hintergrund schieben.

Es grüßt euch

die Löwenmama

P.S.: ein exklusiver Gruß an Frau V., unsere superliebe Physiotherapeutin, die morgen in den Urlaub fährt. Genießen Sie die Zeit – bis in zwei Wochen. Sie sind eine echte Perle!!

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4 Antworten to “Kreislauf der Freundschaften”

  1. Erdbeer Says:

    Das kenn ich auch und ich glaub, es ist gut so. Seit der Geburt haben sich leider auch bei mir Freundinnen verabschiedet, die wollten den Lebensabschnitt „Erdbeer ist Mama“ leider nicht mit mir teilen. Und im Nachhinein kann ich sagen, dass es gut so war und sie wohl gleich gemerkt haben, dass sie diese Entwicklung nicht miterleben wollen und es auch nicht gekonnt hätten. Und zum Glück war ich dadurch offen für neue Kontakte und die sind mir sehr wertvoll und erstaunlicherweise innerhalb kürzester Zeit zu Freundschaften geworden.
    Das ist gut so Löwenmama! Ballastfreundschaften brauchst du nicht und schön zu lesen, dass sich Neues auftut und es euch gut tut! Deine Beschreibung der Kreisläufe gefällt mir und ich wünsch dir, dass das Freundschaftskarusell noch die Sitzplätze befüllt bzw. die die sich nicht mitdrehen rauswirft!
    Einen ganz lieben Gruß an den kleinen Löwen!!!

  2. orchidee Says:

    Auch ich kenne solche Kreisläufe sehr gut. Das Leben ist immer Entwicklung und oft gehen Menschen, ein Stück des Weges an unserer Seite. Manchmal biegen wir irgendwo ab oder bleiben mal an einer Kreuzung stehen. Dann trennen sich die Wege vielleicht. Aber auf dem neuen Weg hat man die Chance, neue Menschen kennenzulernen, die uns wieder ein Stück des Weges begleiten. Vielleicht treffen wir auch mal wieder auf alte Freunde, die eine Abkürzung oder einen Umweg genommen haben. Und es gibt nur sehr wenige Menschen, die von Anfang bis Ende den selben Weg haben.
    Ich denke an euch und wünsche euch ganz viel Kraft!

  3. bianca Says:

    Liebe Löwenmama,ich denke viele Menschen erleben dies ,auch ich bin durch diesen Kreislauf gegangen. 1998 habe ich mein Examen in der Krankenpflege erfolgreich abgeschlossen und sofort im Anschluss die Chance bekommen ,in einem Hospiz anzuzfangen.Ich habe nicht lange überlegt und sofort JA gesagt……………. Ich habe damals nicht gewusst ,das diese Arbeit mit den totkranken Menschen ,mein ganzes Weltbild verändert,mich prägt und mir letztendlich den nötigen Schliff gibt.Diese wundervolle Aufgabe ,die ich mit ganzem Herzen ausgeführt habe , hat meine Persönlichkeit so sehr verändert ,das in dieser Zeit der grösste Umbruch, bis jetzt in meinem Leben war. Viele Freundschaften wurden neu sortiert und sind bis heute geblieben.Ich habe in dieser Zeit gelernt, worauf es im Leben ankommt und bin sehr dankbar dafür. Ich drücke dich mal ganz fest ,liebe Löwenmama, und wünsche dir auch viel Kraft bei deinem Umbruch ………………..

  4. Silke Mohr Says:

    Auch ich hatte Schwierigkeiten mit dem Umfeld sogar mit der Verwandtschaft selbst mit der Schwiegermutter haben sich abgewandt das Kind war bei denen nicht schwer krank sondern behindert , trotzdem haben wir uns nicht versteckt
    und haben sie überall mitgenommen konnte sie ja nicht alleine lassen und haben es sehr genossen mit ihr ich habe damals sehr sehr viel dazugelernt u. habe auch ein ganz anderes Verhältnis zu schwerkranke u. behinderte Menschen kann ganz anders mit umgehen ich sage immer es war auch eine lehrreiche Zeit sie wurde 4 1/2 Jahre alt und mit 9Monate
    hatten wir die Gewissheit was sie für eine Mörderische Krankheit hatte.
    Wünsch dir viel Kraft
    Gruß Silke

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