Ausflug in eine fremde Welt

Gestern hatte mein Großer ein Fußballturnier und der kleine Löwe blieb beim Löwenpapa. Ich war also mit dem Großen und meinem Mädchen unterwegs. Die Fußball-Mamas und -Papas hab ich teils seit Ende letzten Jahres nicht mehr gesehen. Es war irgendwie merkwürdig. Es sind ein paar neue Kinder dabei, das war auch merkwürdig. Einfach so ändern sich Dinge und man bekommt es gar nicht richtig mit. Nichts mehr vertraut.

Am Turnier selbst war viel los. Viele Menschen auf einem Haufen. Alle reden durcheinander, alle rennen durcheinander. Das hat mich verwirrt. Ich hab hie und da ein Gespräch geführt, hatte aber Probleme mich richtig darauf zu konzentrieren. Zu viel ungewohntes Gewusel um mich rum.

Ich lief so rum und kam mir zwischen all den Menschen so fremd vor. Ich fühlte mich ein Stück weit wie ein Alien. So unnormal. Zu lang eingesperrt. Meine Welt steht schon seit Monaten still, deren Welt dreht sich weiter. Diese Unbeschwertheit hab ich verloren. Ja, ich lache. Aber nicht wie sonst. Ich scherze, aber nicht wie sonst.

Da drüben versucht eine Mama ihr Baby zum Schlafen zu bringen. Mein Baby liegt daheim und ich kann es gar nicht mehr zu sowas mitnehmen. Mein Mädchen spielt fangen mit mir und immer, immer wieder rennt sie zu dem Kinderwagen. Ich hatte Mühe, sie von dort fernzuhalten. Das Baby sollte schlafen, sie sollte es nicht wecken. Aber ich wollte auch nicht immer mit dem Baby konfrontiert sein.

Auf der Wiese neben der Tribüne lag ein Ball. Mein Mädchen spielte damit, ich kickte ihr ihn zu, sie zurück. Ich saß auf der Wiese und sah ihr dabei zu, wie sie mit dem Ball spielte – alleine. Ich dachte mir, was mein Löwe jetzt machen würde, hätte er nicht diesen scheiß Morbus Krabbe. Vielleicht würde er rumkrabbeln. Vielleicht würden wir auf einer Decke im Gras liegen und er würde robben. Quietschen und brabbeln. Ich hätte Mühe, denn mein Mädchen würde ständig rumrennen und der Löwe sich beschweren, wenn ich ihr hinterher jage und er nicht nachkommt.

Aber nein, ich sitze hier, fühle mich fremd wie ein Alien in einer ehemals so vertrauten Welt und mein Mädchen spielt allein. Das fühlte sich so falsch an und die Tränen liefen hinter der Sonnenbrille. Ich war froh, als wir zu Hause waren. Ruhe, Sicherheit und mein Löwe.

Heute haben der Löwenpapa und der kleine Löwe richtig viel gekuschelt.

Traurig aber nötig – wir mußten heute eine Elternverfügung, einen Behandlungsverzicht für den kleinen Löwen ausfüllen. Wir wollen nicht, dass der Pflegedienst in unserer Abwesenheit keine Handlungssicherheit hat und am Ende etwas geschieht, das wir so nicht wollen.

Es ist schon merkwürdig, mit was man plötzlich konfrontiert ist.

Was passiert hier nur gerade?!

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2 Antworten to “Ausflug in eine fremde Welt”

  1. Zackenschwert Says:

  2. bianca Says:

    Wenn ich eines Tages gehen muss, tue ich das nicht wirklich.
    Du kannst mich dann nur nicht mehr sehen, nicht mehr berühren.
    Aber ich werde immer da sein, egal wo du bist.
    Werde der Wind sein, der zärtlich durch dein Haar streicht,
    der Regen, der sanft deine Haut berührt, der Regenbogen am Horizont,
    der dir die schönsten Farben schenkt,
    die Sonne, die dich wärmt und mit dir lacht,
    der Duft von Sommer, den du einatmest,
    die Erde auf der du gehst,
    die Nacht, in der ich für dich die Sterne erstrahlen lasse,
    der Tag, der dir tausend Überraschungen bringt,
    die Hoffnung, die dich trägt, wenn du traurig bist,
    dieses Gefühl was in dir ist, wenn du glücklich bist.
    Du kannst mit mir reden,
    ich werde dich immer hören oder einfach weinen,
    dann nehme ich dich in meinen Arm und du wirst dich frei fühlen.
    Ich werde über deinen Schlaf wachen
    und dir wundervolle Träume schenken.
    Du brauchst keine Angst zu haben, wenn du daran glaubst.
    Du bist niemals allein, weil ich immer da sein werde,
    wenn du an mich denkst so wie ich an dich.

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