…klein und machtlos…

Ich hab mich vorhin so klein und machtlos gefühlt.

Ich war einkaufen. Yeah, ihr lest richtig! Ich war einkaufen. Mit meinem Mädchen. Und der kleine Löwe war zu Hause, bestens betreut von einer ganz, ganz lieben vom Kinderkrankenpflegedienst, der gestern das erste Mal bei uns zu Hause war.

Wir hielten auf dem Hinweg zum Supermarkt bei den Eselchen. Mein Mädchen saß fröhlich „iaaah, iaaah“ krähend im Kindersitz und mein Blick fiel sich nochmal selbst vergewissernd über die andere Schulter – der Platz war leer.

Ich dachte mir, ja, ja, so wird es sein, wenn mein Löwenbaby nicht mehr da ist. Da ist dann irgendwann nicht mal mehr die Isofix-Basis, sondern einfach nur leer. Nein, es ist kein Traum. Kein Löwe, der mit „iaaah, iaaah“ kräht, sondern leer.

Ich fühlte mich in diesem Moment so klein und machtlos. Die Tränen liefen. Aber weiter zum Supermarkt, wir wollen ja wieder heim, zum Löwen.

Die Qual der Wahl hatte ich heute. Gehe ich in den Supermarkt, wo man uns kennt, der uns vertraut ist, der am nächsten liegt oder fahren wir in einen anderen? Es kam mir wie eine Flucht vor und mal wieder preschte ich nach vorn. Dahin, wo man uns kennt.

An der Wursttheke, die liebe Verkäuferin kuckte, überlegte vielleicht ob sie fragen soll… ein Blick in unseren Wagen und sie entdeckte Windeln. Kleine Windeln, der Löwe ist ja so klein und vermutlich dachte sie „er lebt noch“.

Die nette Bäckers-Verkäuferin war da schon direkter und fragte, ob wir unseren Löwen noch haben. Ja, haben wir. Und wir von da drin besuchen dank Kinderkrankenpflegedienst mal euch da draußen. Das fühlt sich gut an.

Egal ob direkt oder nicht. Es gibt kein falsch. Es gibt wenig falsches, was man zu uns sagen kann. Man darf alles fragen und ja, auch ein „wie geht es Dir“ oder „schönen Abend“ ist richtig. Auch unsere Abende können schön sein und uns geht es nicht immer schlecht, nur weil alles blöd ist.

Manchmal ist nichts sagen falscher als was sagen. Aber auch das ist völlig in Ordnung. Mir war es ein Anliegen, das mal deutlich so zu schreiben. Ich verstehe, dass viele uns gegenüber ambivalent sind. So einige haben sich zurückgezogen. Danke an euch, die ihr geblieben oder sogar neu dazu gekommen seid. Hier strukturiert sich vieles neu.

Wir leben im Umbruch.

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7 Antworten to “…klein und machtlos…”

  1. Blubbel Says:

    Liebe Löwenmama, ich wünsche dir Menschen, die sich trauen, zu sprechen und zu fragen und die ohne Furcht damit umgehen und es aushalten können, was du ihnen erzählst. Damit du reagieren kannst, nicht abwarten musst und in der Luft hängst, sondern es auch aussprechen kannst. Und ich wünsche euch ein schönes Wochenende *winke*

  2. laelia Says:

    Endlich ist der Pflegedienst da :). Ich hoffe du kannst jetzt auch mal öfter „raus“. Und auch ich wünsche dir keine Rücksicht mehr nehmen zu müssen auf Menschen die nicht mit eurer Situation umgehen können.

  3. Erdbeer Says:

    Ich freu mich, dass dein Mädchen und du den Ausflug genießen konntet und ganz besonders, dass es dem Löwenbaby auch gut gegangen ist und du ihn wohl betreut wusstest!

    Du hast geschrieben, man darf dich alles fragen, bzw. alles sagen. Und, was würdest du am liebsten hören? Gibt es auch Leute die die richtigen Worte für dich haben? Ich wünsch es dir!!!

  4. loewenbaby Says:

    Danke euch auch hier. 🙂

    Ja, der Pflegedienst ist wie ein Ticket, ein Ticket nach da raus. Aber teilweise tut es weh. Es ist ein unterwegs ohne den kleinen Löwen und das ist so ein Reinschmecken in mein neues Leben, obwohl er doch noch da ist. Das tut weh. Der Blick nach hinten auf die leere Isofix-Base, der Kinderwagen, das Buggyboard. Ich hab so viel damit verknüpft, das ist jetzt schon alles dahin. Mir fehlt dieses zweite, kleine Kinderlachen.

    Erdbeer, ich freue mich, wenn die Menschen um mich rum auch mal von sich erzählen, auch gern von ganz belanglosen Dingen, oder ihren Sorgen, auch wenn sie nicht so ernst wie unsere sind. Sorgen haben wir alle und auch kleine Sorgen können für den Moment sehr groß sein. Man kann ja nicht immer aufrechnen. Es gibt sicher auch noch schlimmeres als unsere Geschichte. Es ist nicht gut, aufzuwerten. Vielleicht ist es gelegentlich gut einen Fokus neu zurechtzurücken und vielleicht gelingt es einem, wenn jemand anderes grad was „schlimmeres“ hat. Dann mag aufrechnen in Ordnung sein. Sonst aber nicht.

    Ja, viele Leute haben die richtigen Worte – manche wissen es nicht. 😉

    Ich grüß euch herzlich

    Eure Löwenmama

  5. Zackenschwert Says:

    @Löwenmama: aber es fühlt sich so anmassend an, mit kleinen Sorgen zu „belästigen“, wenn man doch weiss in welcher Welt Ihr gerade lebt. Vielleicht können deswegen soviele Menschen nicht gut mich Euch umgehen zur Zeit, weil sie sich irgendwie schämen dass es ihnen besser geht? Liebe und herzliche Grüsse aus Portugal

  6. "ella" Says:

    Ich bekomme Gänsehaut, wenn ich Deine Worte lese, sie sind so offen und voller Gefühl, dass sie da irgendwo direkt in meiner Seele ankommen und mich berühren. Dort hinterlassen sie ein Echo, das immer wieder hallt.

    Meine Gedanken sind oft bei euch und dem tapferen kleinen Löwen.

  7. ME Says:

    Schön das du die Welt da draußen mal wieder besuchen konntest und Spaß mit deiner Maus hattest!!
    Ich finde es auch oft schwer in solchen Situationen die richtigen Worte zu finden, aber ich glaube auch das es oft besser ist etwas nett-belangloses zu sagen als gar nichts. Eine Bekannte hatte eine späte Fehlgeburt und fand es am schlimmsten das alle einfach so zur Tagesordnung übergegangen sind… seit sie mir das gesagt hat versuche ich mich nicht so zu verhalten wenn andere ähnliche Dinge durchmachen…. das muss sehr weh tun!!
    Ich bin jeden Tag in Gedanken bei eurem kleinen Löwen und bei dir und deiner Familie!

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